Freitag 11. Dezember 2009
Modellbahn-Anlagenbau: Durchblick durch die drei Arten von Weichenantrieben

Auf der elektrischen Modelleisenbahn werden Weichen auf drei ganz unterschiedliche Arten automatisch gestellt

Bei dieser Weiche mit Bettungsgleis von KATO für die Spur N kann in der Bettung ein elektrischer Spulenantrieb für die Weichenzunge montiert werden

Bei dieser Weiche mit Bettungsgleis von KATO für die Spur N kann in der Bettung ein elektrischer Spulenantrieb für die Weichenzunge montiert werden

Jede Modelleisenbahnanlage bietet nur dann interessanten Fahrbetrieb auf dem realisierten Gleisplan, wenn durch Weichen abwechselungsreiche Fahrwege geschaltet werden können. Das ist auf kleinen Anlagen mit einem einfachen Handbetrieb möglich, aber schon auf mittelgroßen Anlage ist eine automatische bzw. ferngesteuerte Betätigung der Weichen unumgänglich. Dabei gibt es drei unterschiedliche Arten des Weichenanantriebs, die Spulen-, Motor- und Servo-Antriebe:

1. Servo-Antriebe

Servo-Antriebe, wie sie aus dem RC-Modellbau bekannt sind, benötigen eine spezielle Steuerelektronik. Diese Antriebe schalten sehr vorbildgerecht langsam und sind sehr zuverlässig im Betrieb. Durch die sinkenden Preise der Funktionsdecoder nimmt die Verbreitung der Servo-Antriebe rund um die Modellbahn immer mehr zu.

2. Spulenantriebe 

Spulenantriebe, der klassische Antrieb, schalten die Weiche durch zwei kleine Elektromagneten, die einen Metallblock im Inneren des Antriebes entweder zu dem einen oder zu dem anderen Elektromagneten ziehen. Durch eine Mechanik wird dann die Weichenzunge bewegt. Die Spulen sind nur für einen kurzen Stromstoß ausgelegt, und Dauerstrom führt zur Zerstörung der Antriebe. Sind die Spulen ausgeschaltet, wird die Weichenzunge meist durch eine kleine Feder in der eingestellten Position gehalten.

3. Motorantriebe 

Motorantriebe besitzen hingegen einen kleinen Elektromotor, der die Weichenzunge bewegt. Der Motor treibt eine Zahnstange an, mit der die Weichenzunge bewegt wird. Die Antriebe unterscheiden sich in der Art, wie der Motor mechanisch mit der Zahnstange verbunden ist.

Antriebe mit Schneckengetriebe haben den Vorteil, dass sie nicht von außen verstellt werden können. Daher sind diese Antriebe auch geeignet, um Weichen anzutreiben, deren Zungen mit Kraft auf der eingestellten Position gehalten werden müssen (z. B. Tillig Elite-Gleissystem). Nachteil dieser Antriebe ist die Laufzeit. Werden solche Antriebe über einen Taster angesteuert, muss der Taster so lange gehalten werden, bis die Weiche die Endlage erreicht hat.

Die zweite Gruppe der Motorantriebe kann von außen bewegt werden, da auf der Motorwelle ein Zahnrad ist, das in die Zahnstange greift, die die Weichenzunge antreibt. Diese Antriebe (z. B. LGB oder Conrad Electronic) bewegen sich sehr schnell, da der Motor nur wenige Umdrehungen machen muss, um die andere Endlage zu erreichen. Das geht zwar schnell, sieht aber nicht so schön aus wie bei einem „soften“ Schneckengetriebe.

Von: Rudolf Ring
 
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