Freitag 01. November 2019
Märklin Start Up Jim Knopf: Schluss mit Emmas Drei-Minuten-Schicht

Wer das Jim-Knopf-Startset zum ersten Mal in Betrieb nimmt (ohne ausführlich die Bedienungsanleitung zu studieren), der wird sich ziemlich sicher nach nicht allzu langer Zeit über ein spezielles Betriebsverhalten wundern: Denn Emma bleibt 3 Minuten nach der letzten Befehlseingabe einfach stehen.

Die Märklin-Startpackung "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" enthält eine "digitale Emma" im Maßstab von ca. 1:50 (Foto: Märklin)

Die Märklin-Startpackung "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" enthält eine "digitale Emma" im Maßstab von ca. 1:50 (Foto: Märklin)

Ist Emma etwas typisch eigenwillig oder gar defekt? Nein, ist sie zum Glück nicht, denn der Grund ist garnicht Emma, sondern der Umstand, dass die Basis-Anschlusseinheit den Betriebsstrom 3 Minuten nach der letzten gefunkten Kommandoübersendung einfach abschaltet.

Die Bedienungsanleitung führt dazu aus: Wenn nach dem letzten Befehl 3 Minuten lang kein weiterer Befehl ausgesendet wird, schaltet aus Sicherheitsgründen die Basisstation die Gleisspannung ab. Sobald Sie den IR-Controller danach wieder aktivieren, schaltet sich die Basisstation selbstständig ein.

Ob damit der aktive Eingriff in das Spielgeschehen gefördert werden soll? Oder Emma vor Dauerbetrieb geschont werden soll? Auffällig ist, dass dieses Modell ganz Märklin-untypisch keinen Rahmen aus Spritzguss hat, sondern die Radsätze in einem Kunststoffrahmen laufen. Sie überwinden die „Drei-Minuten-Betriebsgrenze“ mit einer der folgenden drei Maßnahmen:

  1. Da es sich um eine Eigenschaft der Basis-Anschlusseinheit handelt, können Sie Märklin-intern ein Upgrade auf die Einsteiger-Digitalzentrale Mobile Station vornehmen. Anschluss-Sets mit einer Mobile Station 2 bietet der Gebrauchtartikelmarkt in großer Anzahl, Kostenpunkt ca. 50 Euro.
  2. Der Digitaldecoder, der Emmas elektronisches Leben regelt, ist ein Multiprotokolldecoder mit Unterstützung der Protokolle DCC, Motorola (MM2) und mfx (Plug-and-Play mit automatischer Anmeldung). Sie können also an der Unterseite des Anschlussgleises einfach die beiden Kabel der Basis-Einheit abziehen und stattdessen das Gleissignal beispielsweise einer DCC-Digitalzentrale (beispielsweise von Fleischmann, Piko, Roco, Tillig, ZIMO …) einspeisen. Beachten Sie nur, dass Emma ja eine Lok für ein Mittelleiter/Dreileiter-Gleissystem ist, also nicht auf Zweileiter-Anlagen fährt. Es muss also das Märklin-Gleismaterial weiterverwendet werden.
  3. Eine weniger schöne Lösung: Emma fährt auch auf einer analog gesteuerten Wechselstrom-Anlage problemlos. Die Umschaltung auf die analoge Betriebsart nimmt der eingebaute Decoder automatisch vor. Im Analog-Betrieb an einem Wechselstrom-Trafo ist die Beleuchtung ab Werk in beiden Fahrtrichtungen eingeschaltet, die weiteren Digitalfunktionen sind ausgeschaltet.

 

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Von: Rudolf Ring
 
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