Modellbau
Märklin Firmengeschichte

Modellbahn-Lexikon: Tabellarische Firmengeschichte der Firma Märklin

Werbeschild von 1959 zum hundertjährigen Märklin-Firmenjubiläum

Werbeschild von 1959 zum hundertjährigen Märklin-Firmenjubiläum

1817 Geburt des Gründers und Namensgebers Theodor Friedrich Wilhelm Märklin.

1849 Er absolviert eine Klempnerlehre und macht sich in Göppingen selbständig. 1853 Heirat mit der Göppingerin Rosine Geiger, das Paar bekommt 2 Töchter.

1856 Herr Märklin erhält die Bürgerrechte der Stadt Göppingen.

1857 Tod der Gattin, T.F.W. Märklin ist gezwungen, sich allein um Kinder und Geschäft zu kümmern.

1859 Caroline Hettich aus Ludwigsburg tritt als Frau ins Leben von Theodor Friedrich Wilhelm Märklin. Sie wirkt tatkräftig am weiteren Ausbau des Geschäftes mit. Beginn der Fabrikation von Puppenküchen in Göppingen. Die ersten 3 Jahrzehnte wird ausschließlich Spielzeug für Mädchen hergestellt.

1859-88 Betrieb W. Märklin firmiert sich: T.F.W. Märklin ist für die Produktion zuständig, Caroline Märklin für den Verkauf. Sie durchreist Süddeutschland und die Schweiz. Eine Frau in dieser Funktion ist in der damaligen Zeit höchst ungewöhnlich: Eine der ersten, wenn nicht sogar die erste weibliche Handelsreisende überhaupt. Dank ihrer Tatkraft wächst die Firma, sodass sich Märklin nach neuen Räumlichkeiten in Göppingen umsehen muss.

1859 Erster Sohn Wilhelm kommt zur Welt. Wandert 1883 nach Amerika aus.

1861 Zweiter Sohn Eugen kommt zur Welt.

1866 Dritter Sohn Karl kommt zur Welt. 1866 Der Firmengründer stirbt mitten in der Expansion durch einen Sturz von der Kellertreppe. Durch den frühen Tod ist der Fortbestand der Firma sehr gefährdet. Frau Caroline führt den Betrieb weiter.

1868 Caroline Märklin heiratet ein zweites Mal. Die Verhältnisse verschlechtern sich, Söhne aus erster Ehe werden außerhalb der Familie aufgezogen.

1886 Tod des Stiefvaters (Selbstmord), danach Rückkehr der Kinder nach Hause.

1888 Eugen und Karl übernehmen das Unternehmen „Gebrüder Märklin“.

1891 Die Firma präsentiert auf der Leipziger Frühjahrsmesse als erstes Unternehmen eine Uhrwerkbahn (Storchenbein) mit Schienenanlagen in Form einer Acht.

1891 Übernahme des Vertriebs von Produkten der renommierten Firma Lutz aus Ellwangen (Blechartikel aller Art und technisches Spielzeug für Buben). Noch im selben Jahr nutzt Eugen Märklin die Chance, die gesamte Firma Lutz zu übernehmen. Das ungewöhnliche an dem Kauf ist der Umstand, dass der Verkäufer dem Käufer einen Kredit über 5.000 Reichsmark gewährt.

1892 Emil Friz tritt als Gesellschafter in die Firma ein, danach „Gebr. Märklin & Co.“. Der ehrgeizige Friz will das Unternehmen zur „ersten und größten Spielwarenfabrik der Welt“ machen.

1893 Tod von Caroline Märklin. Einführung der ersten mit Dampf und Elektrizität betriebenen Spielzeugeisenbahn in Spur 1 (45mm). Einführung der Spur 0. Im selben Jahr erscheint der erste, nachweisliche Verkaufskatalog.

1895 1900 Neubau an der Stuttgarter Straße mit 6.000m². Gleichzeitig Errichtung eines Musterzimmers.

1907 Richard Safft tritt als weiterer Teilhaber in die Firma ein. 1909 Firmiert die Firma „Gebrüder Märklin & Cie“.

1909 Die Produktpalette umfasste 90 verschiedene Dampfmaschinenmodelle, Puppenstuben- und Küchenzubehör, Karussells, Autos, Flugzeuge, Schiffe, Kreisel und Metallbaukästen.

1910 Musterlager in London, Paris, Amsterdam, Moskau

1911 Hallenerweiterung in Shedbauweise.

1914 Erste Vorstellung des Metallbaukastens.

1924 Erster gedruckter Kundenkatalog in s/w Ab 1929 mit Farbseiten.

1926 wurde die elektrische Bahn mit 20 V Wechselstrom (zunächst noch mit einer Glühlampe als „Vorwiderstand“) eingeführt, welche ohne die Laufzeitbeschränkung der Uhrwerke oder der Spiritus-Brennzeit kontinuierlichen Spielbetrieb erlaubte.

1928 bis 1933 Beginn der eigentlichen Modelleisenbahn nach Vorbildern der Reichsbahn. Präsentation des ersten Krokodils in den Baugrößen 0 und I.

1935 Fritz Märklin trat in die Geschäftsführung ein. Nachdem das von Stephan Bing gegründete Unternehmen „Vereinigte Spielwaren Fabriken Nürnberg“ zur Leipziger Frühjahrsmesse 1935 die erste moderne Tischeisenbahn in der Baugröße 00 unter dem Markennamen TRIX Express vorstellte, folgte Märklin zur Herbstmesse dieses Jahres ebenfalls mit einer Tischeisenbahn in dieser Baugröße.

1936 Neue Technologien, in der Fertigungs-und Antriebstechnik, Zinkdruckguss, Perfektschaltung und Bügelkupplung.

1947 Märklin fertigt erstmals eine CCS 800 „Krokodil“ in H0.

1950 Erste Spielwarenmesse in Nürnberg.

1953 Vorstellung Punktkontaktgleis in H0. 1958 Einführung der Telexkupplung.

1959 100-jähriges Firmenjubiläum, dadurch eine Woche Sonderurlaub und 10% Dividende vom letztjährigen Jahresgehalt.

1969 K-Gleis hat Premiere und die neue Spur 1 kommt ins Sortiment. Im selben Jahr starten unter der Marke „PRIMEX“ vereinfachte, jedoch kompatible Modellbahnprodukte für das Kundensegment der Modellbahneinsteiger. Vornehmlich wurden die PRIMEX-Produkte in Supermärkten und Kaufhäusern vertrieben. Abgestimmt auf diese Vertriebsschiene, wurde Primex als Vollsortiment mit Gleismaterial, Fahrgeräten und einer großen Palette an Zubehörteilen wie Gebäuden, Figuren, Straßenfahrzeugen sowie Material zur Landschaftsgestaltung angeboten. Das Zubehörmaterial wurde zum großen Teil von Firmen wie dem dänischen Hersteller Heljan zugekauft. 1992 wird der Vertrieb unter der Marke Primex eingestellt.

1970 Märklin startet die wenig bekannte Marke MINEX. Bis 1972 wurde unter dieser Marke eine Schmalspurbahn in der Nenngröße 0e mit dem Maßstab 1:45 angeboten, welche auf dem vorhandenen H0-Gleismaterial lief.

1972 Einführung der Spur Z sorgt für Schlagzeilen. Märklin Mini-Club ist mit 6,5mm Spurweite und dem Maßstab 1:220 zu dem Zeitpunkt die kleinste elektrische Serieneisenbahn der Welt.

1979 Vorstellung des Prototyps einer elektronisch gesteuerten Modellbahn-Anlage in Spur H0.

1984 Einstieg in die digitale Mehrzugsteuerung. Vorstellung des serienreifen elektronischen Steuersystems „Märklin digital“, mit dem Züge und Magnetartikel unabhängig voneinander mit oder ohne Computer auf einer Anlage gesteuert werden können.

1991 Verkauf Zweigwerk Schwäbisch Gmünd und Neueröffnung Werk Sonneberg.

1994 Eröffnung Märklin Hungaria.

1995 Replikate aus dem früheren Bereich Erlebnisspielzeug aus Blech.

1996 Auf der Nürnberger Spielwarenmesse stellt Märklin das neue C-Gleissystem vor, das sowohl für Kinder als auch für professionellen Anlagenbau geeignet ist.

1997 Übernahme der Firma Trix Modelleisenbahn GmbH & Co. KG durch die Märklin Holding GmbH. 2000 Millenniumslok Krokodil in Platin, weltweit 34 Exemplare. Preis 64.500 DM; davon mussten 20.000 DM anbezahlt werden.

2002 Neuer Piezo-Motor erschließt neue Anwendungen für mehr Spielfreude in der Modellbahn. Durch kompakte Bauweise – Miniaturmotor inklusive Steuerelektronik braucht lediglich 30x10x15 mm Platz – lässt sich der Stromabnehmer einer Lok vorbildgerecht bewegen.

2003 Mit neuer Generation von Lichtsignalen überrascht Märklin zur Spielwarenmesse in Nürnberg. Die acht verschiedenen Modelle sind äußerst filigran und höchst vorbildgerecht.

2004 „Märklin Systems“ revolutioniert die Modellbahn. Die dritte Generation der digitalen Steuerung von Märklin setzt neue Maßstäbe bei Funktionen, Datenübertragung, Schnelligkeit, Handhabung und Design. Neue digitale Geräte, Mobile Station, Central Station. Kundenclubs • Märklin Insider Club • Märklin 1. FC • Trix Profi Club

2005 In der Nacht vom 17. auf den 18. Januar wird im damaligen Museum an der Holzheimer Straße eine Notausgangstüre aufgebrochen. Vitrinen werden brutal aufgebrochen und die komplette historische Spur 1,0,00 vor 1948 entwendet, zudem Dampfmaschinen, Schiff „Auguste Viktoria“ und die erste Lokomotive der Modellbahngeschichte, Storchenbein. Insgesamt werden 184 Exponate gestohlen, der Versicherungswert beträgt 1,7 Mio €. Anruf von Interpol aus Wien, dass eine Blechspielzeugsammlung zum Verkauf angeboten wird. Der Museumsleiter Roland Gaugele, der sich umgehend nach Wien begibt, identifiziert die ersten übergebenen Stücke tatsächlich als Märklin. Zwei italienische Staatsbürger werden vor der slowenischen Grenze festgenommen, da sie die restlichen Exponate bei sich haben. Somit ist die komplette Sammlung wieder bei Märklin. Beute wurde jedoch unsachgemäß behandelt und ist in einem „sehr traurigen“ Zustand, Schaden beläuft sich auf 350.000 €. Die Täter bekommen mehrjährige Haftstrafen vom Landgericht Ulm.

2006 Märklin hat den wartungsfreien Hochleistungsantrieb C-Sinus weiterentwickelt, er ist nun noch kompakter. Zur Spielwarenmesse in Nürnberg stellt Märklin für Trix und Minitrix die neue Digitalsteuerung „Trix Systems“, sowie für H0 das neue Trix-C-Gleis vor. Seit dem 1. Juni 2006 gehört Märklin dem Finanzinvestor Kingsbridge Capital mit Sitz in London. Nach 147 Jahren als Familienunternehmen haben sich die Gesellschafter zum Verkauf ihrer Anteile entschlossen.

2007 Weltrekord! 200 Märklin Lokomotiven (Baugröße H0) ziehen einen 48t IC-Großraumwagen über eine Distanz von 10m. Mit der Akquisition des Nürnberger Gartenbahnherstellers LGB schafft sich das Unternehmen ein weiteres Standbein und ergänzt sein Produktprogramm um die einzige noch fehlende gängige Spurweite. Auf der 58. Spielwarenmesse in Nürnberg stellt Märklin erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder Kriegsspielzeug vor. Das Unternehmen hatte sich nach dem zweiten Weltkrieg entschlossen, entsprechendes Spielzeug nicht mehr anzubieten und war dieser Linie bis 2007 gefolgt. Die unter der Bezeichnung Metal Military Mission by Märklin (4MFOR) vertriebene Produktlinie bietet unter anderem Modelle deutscher Panzer und Bundeswehr-Militärfahrzeuge aus Metall.

2008 Durch die Übernahme der Firma Hübner Feinwerktechnik erweitert Märklin sein Spur 1 – Angebot zum europaweit umfangreichsten Programm in der Traditionsspur. Mit der neuen Central Station, der neuen, richtungsweisenden Steuerzentrale, bringt Märklin noch mehr Spielvergnügen durch neue Anwendungen und optimales Handling auf die Modelleisenbahn.

2009 Am 04.02.2009 meldet Märklin beim Amtsgericht Göppingen Insolvenz an. Als Insolvenzverwalter wird das Büro Pluta beauftragt. Im Herbst feiert Märklin das 150-jährige Jubiläum mit den 7. Märklintagen.

2010 Am 21.12.2010 stimmen 99,8% der Gläubiger dem Insolvenzplan im Göppinger Amtsgericht zu. Märklin ist aus der Insolvenz und wird eigenständig weitergeführt. Geschäftsführer ist Stefan Löbich. In der Märklin Holding sind Dr. Seitzinger und Herr Pluta.

2011 8. Märklintage und die 28. IMA in Göppingen (16.-18.09.2011).

2012 erzielte Märklin einen Umsatz von 109 Millionen Euro, der EBIT lag bei rund 10 Millionen Euro.

2013 Am 21. März 2013 wird Michael Sieber, Pionier der deutschen Spielwarenindustrie, über die Sieber & Sohn GmbH & Co. KG (Simba Dickie Group) neuer Mehrheitseigentümer bei Märklin. Im Zuge der Übernahme ergänzt Florian Sieber die derzeitige Doppelspitze als dritter gleichberechtigter Geschäftsführer neben Wolfrad Bächle und Stefan Löbich. Der Großteil der 480 Angestellten stimmte zudem Änderungsarbeitsverträgen zu, die Abstriche gegenüber dem gültigen Flächentarif der IG Metall bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie bei Tariferhöhungen für weitere fünf Jahre vorsehen. Im Gegenzug erhielten die Beschäftigten eine Arbeitsplatzgarantie bis 2019.

2015 Die 10. Märklintage und die 30. IMA finden im September in Göppingen statt.

(Textquellen Märklin, Wikipedia und Redaktion Modellbahntechnik aktuell)

 

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