Modellbau, Rollmaterial, Werkstatttipps
Logistik in 1:87: Geniales Modellbahn-Ladegut zum Nulltarif

Wenn Sie einen Modellbahn-Güterzug realistisch mit passendem Ladegut darstellen möchten, können Sie das mit Kreativität und Farbe bewerkstelligen und teure Zubehörkäufe einsparen

Unbeladene Güterzüge sind öde, schließlich ist die Bahn ein Logistikunternehmen und fährt (im Gegensatz zur Modellbahn ;-) ) nicht zum Spaß durch die Gegend. Wer sich jedoch die Preise für fertige Modellbau-Artikel wie Ladegüter mal genauer anschaut, kommt schnell ins Gruseln, denn Modellbau-Artikel sind in den letzten 10 Jahren teilweise gleich mehrere hundert Prozent teurer geworden.

Aber zum Glück ist Modellbau ja ein sehr kreatives Hobby und vielfach können Sie mit einfachen Mitteln verblüffende Effekte erzielen. Sie benötigen also Ladegut für eine Modellbahn im H0-Maßstab? So geht’s zum Beinahe-Nulltarif:

  • Rohre für Pipelines entstehen aus Trinkhalmen, als Farben eignen sich graue oder schwarze Farbtöne.
  • Autos aus der Schrottpresse bilden Sie nach, indem Sie Aluminiumfolie zu kleinen Würfeln passender Größe dicht zusammendrücken und farblich nachbehandeln.
  • Autos, Transformatoren oder anderes Großgerät kann gut „multipliziert“ werden, wenn Sie von der Vorlage an der Oberfläche mit dickerer Aluminiumfolie einen Abdruck erstellen und den farblich anpassen.
  • Aus den Hüllen von Überraschungseiern werden nach farblicher Behandlung Öltanks.
  • Soll ein offener Güterwaggon überspannt werden, nehmen Sie Reste von Mullbinden und ziehen die vorsichtig etwas auseinander. In braun oder grün mit Sprühfarbe (oder Airbrush) anpassen.
  • Für Holztransporte werden oft Schaschlikspieße empfohlen, die jedoch eigentlich zu dünn sind. Besser: Besorgen Sie im Baumarkt Rundhölzer mit ca. 3 bis 4 mm Durchmesser und sägen daraus Stücke passender Länge. Das ergibt einen sehr überzeugenden Abtransport von Sturmschaden-Holz.
  • Kanthölzer als Modellbahn-Ladegut finden Sie am 1. Januar eines jeden Jahres in rauen Mengen auf der Straße liegen. Sammeln Sie einfach die Holzstäbchen der Silvester-Raketen, sägen sie passend und behandeln das Holz nötigenfalls noch nach.
  • „Industrieschrott“ für die Beladung eines offenen Güterwagens erhalten Sie, wenn Sie einen alten Videorekorder oder aus einem defekten PC ein CD- oder DVD-Laufwerk auseinandernehmen. Ein solches defektes Laufwerk schenkt Ihnen sicher auch die Werkstatt des PC-Händlers um die Ecke.

Wichtig: Für alle Befüllungen gilt: Achten Sie darauf, dass der Waggon nicht zu schwer wird, denn das kann bei längerem Betrieb zum Einlaufen der Radsätze (Zapfen- oder Spitzenlagerung) in das Radlager führen, sofern es sich um Kunststoff-Radlager handelt.

Um das Gewicht nicht über Maßen zu erhöhen, gibt es einen Trick: Bauen Sie Ihr Ladegut auf einer passend geschnittenen Styroporplatte auf. Das reduziert das Gewicht erheblich, ist von oben nicht sichtbar und erleichtert zudem die Konstruktion und Handhabung Ihres neuen Modellbahn-Ladeguts.

Von: Rudolf Ring