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Geheimnisse des Gleisplans – Tipps zum Einsatz einer Märklin C-Gleis-Kreuzung

Hat der Modelleisenbahner erstmal seinen gewünschten Gleisplan im Kopf (oder per Software ausbaldowert), heißt es nun, den Gleisplan mit dem gewählten Gleissystem zu realisieren. Das Märklin C-Gleis gehört zu den meistverkauften Modellbahn-Gleissystemen. Es wird sogar bei Modellbahn-Schauanlagen eingesetzt, beispielsweise bei der OKtoRail in Essen. Und doch gibt es auch beim C-Gleis vereinzelte technische Tücken. Hier erfahren Sie, was Sie zum richtigen Einsatz der C-Gleis-Kreuzung wissen müssen.

Märklin C-Gleis-Kreuzung Art.-Nr. 24640: Das den Märklin C-Gleis-Kreuzungselementen beiliegende, braune Massekabel verbindet die Masse-Zuleitung der beiden sich kreuzenden Gleise. Dieses "Kurzschließen" aller vier Schienen kann an zwei Stellen des Kreuzungsgleises durchgeführt werden, es liegt aber nur ein kurzes Kabel bei, ein zweites ist unnötig.

Märklin C-Gleis-Kreuzung Art.-Nr. 24640: Das den Märklin C-Gleis-Kreuzungselementen beiliegende, braune Massekabel verbindet die Masse-Zuleitung der beiden sich kreuzenden Gleise. Dieses "Kurzschließen" aller vier Schienen kann an zwei Stellen des Kreuzungsgleises durchgeführt werden, es liegt aber nur ein kurzes Kabel bei, ein zweites ist unnötig.

Eine Stärke des Märklin C-Gleis (Spurweite 16,5 mm) für die Modelleisenbahn der Nenngröße H0 ist die einfache Anwendung. Daher wird dieses Gleissystem von der Modellbahn-Schauanlage bis zum Teppichbahning im Kinderzimmer äußerst flexibel eingesetzt. Unter den Gleiselementen des Märklin C-Gleises sind es insbesondere die drei Gleiselemente der Kreuzungen

  • C-Gleis Kreuzung Art.-Nr. 24640, Länge 188,3 mm, Kreuzungswinkel 24,3°
  • C-Gleis Kreuzung Art.-Nr. 24649, Länge 103,3 mm, Kreuzungswinkel 48,6°
  • C-Gleis Kreuzung Art.-Nr. 24740, Länge 236,1 mm, Kreuzungswinkel 12,1°

 

, die immer wieder Fragen zur sinnvollen Anwendung und dem richtigen elektrischen Anschluss der Kreuzung aufwerfen.

 

Einsatz der Kreuzung im Gleisplan

Nicht wenige Modellbahn-Einsteiger stellen sich mit recht die Frage, wofür denn überhaupt eine Kreuzung in einem Gleisplan gut sein soll. Schließlich ist eine Modelleisenbahn keine „Carrera-Rennbahn-Acht“ und auf den ersten Blick sieht es seltsam aus, wenn sich Gleise kreuzen, ohne dass es sich um eine Kreuzungsweiche handelt.

Es kommt aber tatsächlich sogar beim realen Vorbild vor, dass sich im Gleisplan eine Kreuzung befindet, insbesondere im Gleisvorfeld eines Bahnhofs. Das kann wirtschaftliche Gründe haben, denn schließlich spart eine Kreuzung möglicherweise ein Brückenbauwerk oder einen Tunnel ein. Diese Aspekte spielen bei der Modellbahn weniger eine Rolle. Hier kommt eher zum Tragen, dass ein Kreuzungs-Gleiselement für diese Lösungen im Gleisplan eingesetzt wird: 

  1. Mit dem Kreuzungs-Gleisstück ist die Gestaltung einer Hosenträger-Weiche aus mehreren Gleiselementen möglich. Diese Gleisfigur gibt es beim C-Gleis nicht als fertiges Gleiselement zu kaufen. Nebenbei: Eine Hosenträger-Weiche ist auch bei anderen Gleissystemen selten im Angebot, eine Ausnahme ist das N-Gleissystem KATO Unitrack.
  2. Kreuzung zweier Bahnstrecken (kreuzende Parallelstrecken) aus topologischen oder betrieblichen Gründen, ohne dass die beiden Bahnlinien etwas miteinander zu tun haben. Das ist relativ häufig bei Werkbahnen anzutreffen, es kann sich aber auch z.B. um eine Kreuzung einer selten genutzten Güterbahnstrecke mit einer planmäßig befahrenen Nebenbahnstrecke handeln.
  3. Auch für die Konstruktion einer Kehrschleife oder eines Gleisdreiecks kann ein Kreuzungs-Gleiselement sinnvoll eingesetzt werden.
  4. Zudem kann ein Kreuzungs-Gleiselement z.B. sinnvoll eingesetzt werden, wenn zwei Pendelzugstrecken sich kreuzen. Das kann der einfachste Weg sein, zwei Pendelzugstrecken im Gleisplan ohne aufwändige Änderungen am Landschaftsmodellbau (Umfahrungen, Brücke, Tunnel) zu realisieren.  

Der richtige elektrische Anschluss der C-Gleis-Kreuzung

Bei den beiden Kreuzungs-Gleiselementen des Märklin C-Gleises sollte eigentlich immer neben der Anleitung für den Anschluss auch ein ca. 5 cm langes Kabel mit beidseitigen Anschluss-Kabelschuhen beiliegen. Doch oft beklagen Käufer, dass die Anleitung und/oder das braune Kabel nicht beigelegen hat. Damit wird der korrekte elektrische Anschluss des Kreuzungs-Gleiselements so ziemlich zur Glücksache. Denn die folgenden Punkte spielen beim Anschluss eine wichtige Rolle:

  • Die Plus-Zuleitung (Punktkontakte in der Gleismitte) für die Betriebsspannung der Fahrzeuge ist bei den Kreuzungs-Gleiselementen immer getrennt. Die Masseleitungen (Minus) der beiden kreuzenden Gleise sind im Auslieferungszustand ebenfalls getrennt, können aber mit dem beiliegenden Kabel hergestellt werden. Der Sinn des beiliegenden braunen Kabels mit den Kabelschuhen ist es also, bei Bedarf eine elektrische Verbindung zwischen der Masse (Minus) der beiden gekreuzten Gleise herzustellen.
  • Wenn das Kreuzungs-Gleiselement in einer analog gesteuerten Modellbahn-Anlage eingesetzt wird, ist die wichtigste Frage, ob sich an der Kreuzung zwei unterschiedliche Stromkreise treffen – und damit einen Kurzschluss verursachen können. Ist dies der Fall, darf das beiliegende, braune Kabel nicht für die Verbindung der Masseleiter angeschlossen werden.
  • Ist die Kreuzung hingegen im analogen Betrieb Teil eines auf beiden Strecken gemeinsam mit Betriebsspannung versorgten Anlagenteils, ist der Anschluss des Kabels unnötig, die Fahrzeuge werden die Kreuzung auch ohne das Kabel problemlos überfahren.
  • Auf einer digital gesteuerten Anlage kann das Verhalten im Fahrbetrieb allerdings anders sein. Wird das Kreuzungs-Gleiselement in einer digital betriebenen Anlage eingebaut, sind beide kreuzenden Strecken zwar im Regelfall auch Teil eines gemeinsamen elektrisch versorgten Abschnittes (Booster-Abschnitt), doch kann es bei bestimmten Fahrzeugen je nach Achsfolge und Stromaufnahme vorkommen, dass sie auf der Kreuzung Probleme mit der Stromaufnahme haben und rucken oder sogar stehenbleiben. In diesen Fällen verbinden Sie ebenfalls mit dem braunen Kabel die Schienen (Außenleiter-Anschluss „0“) und damit die Masseleitung der beiden kreuzenden Gleise.

 

Wichtig: Die beschriebenen Eigenschaften und Besonderheiten des Anschlusses der Kreuzung betreffen prinzipiell alle Gleissysteme, die mit einem Mittelleiter ausgestattet sind. Also auch Spur 0 (Null) mit Mittelleiter oder TRIX-Express-Systeme. Hingegen sind die elektrischen Anschlüsse und Verbindungen beim C-Gleis von TRIX (Hersteller ebenfalls Märklin) wie bei allen anderen Zweileiter-Systemen völlig anders. Denn jedes Zusammentreffen der beiden Schienen an einer Kreuzung verursacht bei diesen Zweileiter-Gleissystemen immer einen Kurzschluss.

 

Ergänzende Produktinformationen

Märklin 24640 - Kreuzung

Märklin 24649 - Kreuzung (103,3mm / 48,6°)

Märklin 24740 - Schlanke Kreuzung

Märklin 2260 H0 K-Dopp.-Kreuzungs-Weiche

Märklin Z 8559 Kreuzung

Märklin 2258 H0 K-Kreuzung

Märklin 5114 - M-Gleis Kreuzung 30°

Märklin - H0 Gleisplanbuch C-Gleis

Märklin 02409 - Magnetisches Gleisplanspiel für C-Gleise

Von: Rudolf Ring / Redaktion