Mittwoch 14. September 2011
Dreiwegweichen eröffnen auf jedem Layout zusätzliche Funktionalität

Dreiwegweichen haben einen wichtigen Vorteil, sie sparen Platz. Allerdings lauern Tücken beim analogen elektrischen und digitalen Betrieb

Symmetrische Dreiwegweiche für ein Zweileiter-System der Spur H0

Symmetrische Dreiwegweiche für ein Zweileiter-System der Spur H0

Funktionalität und Befahrbarkeit einer Modellbahn-Anlage hängen grundlegend vom Gleisplan ("Layout") ab. Dabei spielen die Weichen eine zentrale Rolle. Ganz besonders die Verwendung von Dreiwegweichen (DWW, wird auch als „Doppelweiche“ bezeichnet, engl. 3-way switch) sind von großer Bedeutung. Dieses spezielle Gleisstück im Gleisplan erlaubt neben der Fahrt geradeaus auch die abzweigende Fahrt nach rechts oder links. Damit bietet die DWW folgende Vorteile:

  • Eine DWW verkürzt die Gleisfigur von zwei Weichen mit einzelnem Abzweig auf eine einzige Weiche. Damit wird Platz gespart.
  •  Zudem macht eine DWW mehr Varianten im Fahrbetrieb möglich und erhöht die Funktionalität z. B. bei Weichenstraßen und im Bahnhofsbereich.

Mechanisch ist eine Modellbahn-DWW mit zwei Weichenzungen ausgestattet. Die Zungenpaare sind je nach Hersteller und System nacheinander angeordnet oder es wird ein asymmetrischer Herzstückbereich mit versetzten Zungenpaaren verwendet. Zum Schalten der Modellbahn-Weichenzungen per Hand sind Modell-DWWs meist mit zwei Handstellhebeln ausgerüstet. Auch elektrisch ist eine DWW bei der elektrischen Modelleisenbahn deutlich komplizierter als eine einfache Weiche. Bei den Zweileiter-Modellbahnen (DC „Gleichstrom-Systeme“) müssen auf einer DWW vier zu trennende Bereiche gemäß Anleitung des Herstellers mit Betriebsspannung versorgen werden.

So platzsparend DWWs auch sind, insbesondere die Einrichtung für den Digitalbetrieb hat Tücken.

  • Nicht jede DWW ist für den Digitalbetrieb elektrisch geeignet, denn im Unterschied zum analogen Betrieb liegt ja immer an allen Gleisen der volle „Digitalstrom“ an.
  • Auch wenn prinzipiell eine DWW wie zwei „einfache“ Weichen funktioniert, so kann doch nicht jede Modell-DWW einfach mit zwei einzelnen Weichendecodern ausgerüstet werden. Es muss sich um einen speziellen Weichendecoder für diesen Zweck handeln, der die beiden motorischen Antriebe mit zwei aufeinander folgenden Digitaladressen quasi wie eine Weichenstraße schaltet, denn je nach gewünschtem Fahrweg müssen einer oder beide Weichenantriebe schalten.

 

Die hohe Schule des Modellbahn-Gleisbaus mit DWW sind asymmetrische Dreiwegweichen, wie sie bei der Vorbildbahn weitaus häufiger als symmetrische DWWs vorkommen. Asymmetrische Modell-DWW gibt es allerdings von Großserienherstellern eher selten. Aktuell bieten Fleischmann (Art.-Nr. 6057) und Roco (Geoline, Art.-Nr. 61160) eine asymmetrische Modell-DWW für die Spur H0 im Zweileiterbetrieb an. Material und Anleitungen z. B. für den Eigenbau einer zweiseitige, unsymmetrischen Dreiwegweiche, Weichenwinkel 12°, und vielen weiteren „exotischen“ Weichen für die Spuren H0 und TT finden Sie bei Weller Gleisbau.

Literaturempfehlungen: 

Von: Rudolf Ring
 
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