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Samstag 15. Februar 2014
OKtoRail: Mitte 2014 eröffnet mitten im Ruhrgebiet die neue Modellbahn-Schauanlage

Mit OKtoRail wird das Ruhrgebiet um eine neue Modellbahn-Schauanlage reicher. Mitten im großen Gruga-Park gelegen wird eine neue H0-Modellbahnanlage das Freizeit-Angebot des Grugaparks bereichern.

Jens Kürvers (rechts) mit Jörg Schmidt (Joswood), der in der Bauphase leitend für den professionellen Modellbau auf OKToRail zuständig ist

Jens Kürvers (rechts) mit Jörg Schmidt (Joswood), der in der Bauphase leitend für den professionellen Modellbau auf OKToRail zuständig ist

Nach der Schließung der Miniaturwelt Oberhausen kursierten zunächst viele Gerüchte, was mit dieser Anlage wohl geschehen würde. Bis zu einer Entscheidungsfindung wurde die Anlage in derselben Halle zwischengelagert, in der sie gebaut wurde, einem ehemaligen Autohaus in Oberhausen. Ende 2012 wurde die Anlage dann in LKW verladen und nach Fürth/Odenwald verkauft. Dort wird sie in die Modellbahn-Schau "Modellbahnwelt Odenwald" integriert und dann dem Publikum wieder zugängig gemacht werden.

Gleichzeit drangen aber auch immer mehr Infos über den Neubau einer Modellbahn-Anlage in Essen durch. Inzwischen steht fest, im Herbst 2013 soll in der Orangerie des Gruga-Parks eine neue Großanlage aufgebaut und gezeigt werden. Diese trägt den Namen „OKtoRail“. Zum besseren Verständnis schreiben wir den Namen mal auseinander: OK to Rail. Frei übersetzt könnte man den Anlagennamen mit „Ja zur Schiene“ oder sogar „Begeisterung für die Eisenbahn“ interpretieren. Inhaber dieser Anlage ist Jens Kürvers (Modellbahn West), dem mehrere Modellbahn-Fachgeschäfte und die Schauanlage „Der Deutschland-Express“ in Gelsenkirchen gehören. Die Eintrittspreise in der neuen Anlage sollen sehr moderat sein, da die Besucher ja auch zuvor noch einen Eintritt für die Gruga bezahlen müssen.

Das Anlagenthema von OKtoRail

Das Anlagenthema von OKtoRail ist die Geschichte der Stahlproduktion von der Epoche 3 bis heute. Beim Betreten der Orangerie beginnt der Betrachter also seinen Rundgang im Ruhrgebiet der Epoche 3. Kohle und Erze werden in einer Zeche abgebaut und von einem Dampfzug zum Stahlwerk gebracht. Etwa hier findet der Wechsel zur Epoche 4 statt. Das Stahlwerk wird mit individuellen Gebäuden gestaltet. Die Hochofenbatterie hat sich das OKtoRail-Team in der Schweiz eingekauft. Roy Genkinger baut seit 1996 an diesem Modell und vollendet es jetzt für OKtoRail persönlich in Oberhausen. Produktionshallen von Joswood und viele weitere Details runden das Werk ab. Mit den Stahlprodukten bespannt fährt der Zug dann weiter durch die Mitte von Deutschland. Hier wird die Region rund um Frankfurt dargestellt. In Höhe eines Autowerks wechselt erneut die Zeitschiene in die Epoche 5. Weiter geht es, nun mit einem aus Blechen produzierten Fahrzeugen bestückten Zug, über die Berge in Richtung Italien, wo der Zug dann in der Epoche 6 ankommt und wo dann auch die Autos weiter verladen werden.

Obwohl die Anlage in sich ein geschlossenes Bild und Anlagenthema darstellt, fahren die Züge epochenrein durch ihre Teilstecken. Geschickt verlegte Gleise, Tunnel-, Brücken und andere Konstruktionen sorgen dafür, dass die Züge immer am „Epochenende“ verschwinden. Das sorgt für viel Abwechslung und Betrieb und lässt den Betrachter die Zeitreise gut nachvollziehen. Gegenüber der Hauptanlage, auf einem recht schmalen Anlagenteil, fährt der Zug dann durch das weltbekannte Rheintal. Geschickt wurde hier die Streckenführung der Hintergrundkulisse von JoWi Modellbahn-Hintergrund angepasst.

Der Clou von OKtoRail: die Epochenbahn

Ein besonderer Clou soll die sogenannte „Epochenbahn“ werden. Ein Zug, beispielsweise mit Schüttgutwagen vom Typ falns, beginnt seine Reise in der Epoche 3, gezogen von einer Dampflok. An der Schnittstelle zur Epoche 4 verschwindet der Zug in einem Tunnel, um dann am anderen Tunnelende als Epoche 4-Zug heraus zu kommen. Nun bespannt beispielsweise eine blau-beige BR 151 den Zug. So geht es weiter, bis dann in der Epoche 6 der Zug in aktueller roter Farbgebung von einer weiteren Lok, beispielsweise einer BR 189 der DB Railion Logistik, und mit passenden DB-Cargo-falns nach Italien fährt.

Gebaut wird die Anlage auf einem klassischen Holzrahmen. Kleinere Erhebungen wurden aus Styrodur-Platten gefertigt. Beim Gleismaterial greift das Team um Jens Kürvers auf das Märklin-C-Gleis zurück. Dieses bietet für den Aufbau und den Betrieb einer solchen Anlage mehrere Vorteile. Zum einen lassen sich die Gleise schnell zusammenstecken und technisch verbinden. Und zum anderen kann man an den Anlagentrennkanten, die es für den Transport von Oberhausen nach Essen geben muss, einfach ein Gleisstück herausnehmen und dann später wieder einsetzen. Darüber hinaus ist dieses Gleis des Mittelleitersystems ausgesprochen betriebssicher. Um den „Plastikeindruck“ dieses Gleissystems etwas zu kaschieren, werden die Gleise dann noch angeschottert und farblich bearbeitet.

Die kalkulierten Preise und vorhergesagten Besucherzahlen scheinen sehr realistisch, sodass man OKtoRail in der Gruga eine solidere wirtschaftliche Zukunft vorhersagen kann, als es bei der zeitlebens darbenden Miniaturwelt Oberhausen der Fall war.

Modellbahntechnik aktuell wünscht dem Team von OKtoRail ein glückliches Händchen und viel Erfolg beim Bau. Über den aktuellen Baustand inklusive Bildergalerien können Sie sich im Internet auf www.oktorail.de auf dem Laufenden halten. Weiterführende Hintergrundberichte finden Sie zudem zeitnah in den Magazin-Ausgaben von "Modellbahntechnik  aktuell". 

Von: Dieter Holtbrügger