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Montag 26. Juli 2010
Mythos_Märklin in Miniaturwelt Oberhausen eröffnet: Einblicke in die größte private Märklin-Sammlung der Welt

Die Ausstellung Mythos_Märklin präsentiert Ihnen bis Juli 2011 500 einzigartige Exponate aus der weltgrößten privaten Märklin-Sammlung: Modelleisenbahn, Autorennbahnen, Dampfmaschinen, Blechspielzeug mit faszinierenden Funktionen

Auch in der Ausstellung Mythos Märklin zu sehen: Rennbahn Nummer 13301 von 1934

Auch in der Ausstellung Mythos Märklin zu sehen: Rennbahn Nummer 13301 von 1934

Große Märklin Compound-Dampfmaschine

Große Märklin Compound-Dampfmaschine

Oberhausen, Juli 2010: Die sensationelle Ausstellung „Mythos_Märklin“ findet im Rahmen von „Ruhr 2010, Kulturhauptstadt Europas“ statt und ist bis zum 31. Juli 2011 in der Miniaturwelt Oberhausen (MWO) zu besichtigen. Die einzigartige Ausstellung präsentiert 500 Artikel, die über  Technik, Fortschritt und die Spielkultur des 19. und 20. Jahrhunderts Zeugnis ablegen. Sie zeigt über 10 Themen hinweg die Entwicklung des Spielzeugs und des technischen Fortschritts. Die höchst gelungene Präsentation beinhaltet noch weitgehend Unbekanntes und weckt den Respekt vor der großen Leistung des Spielzeugherstellers in den letzten beiden Jahrhunderten.

 

Gegenstände des Haushalts, des täglichen Lebens und der jeweils  modernen Technik waren die Vorbilder der Spielzeugkreationen des 19. und 20. Jahrhunderts. Der Ehrgeiz der Spielwarenproduzenten beschränkte sich aber nicht allein auf die optisch möglichst genaue Nachbildung des Gegenstands, auch die Funktionen des Vorbilds  mussten, soweit technisch möglich, ebenfalls dargestellt  werden. Dadurch spiegelte sich im Spielzeug über Generationen hinweg, das Leben und die moderne Technik. Bei Märklin reicht dies bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Als eine der ganz wenigen Spielzeugfirmen hat sie in Fülle, Vielfalt und Pracht Werke geschaffen, die einen tiefen Einblick in vergangene Zeiten geben. Dank der herausragenden Qualität haben einige der Exemplare die starke Beanspruchung durch Generationen von Kindern überstanden. Sammlern ist es zu verdanken, dass uns der Blick auf die Kultur des Spielens in den vergangenen Jahrhunderten erhalten blieb. Besonders ein Sammler hat in Jahrzehnten auf Spielzeugmärkten, Börsen und Versteigerungen Stücke zusammengetragen, die in Qualität und Fülle alle anderen Sammlungen in den Schatten stellen. Tausende Exponate, fast aller von Märklin hergestellten Produktbereiche, hat er beschafft. Spielzeugmärkte in der ganzen Welt waren seine Ziele, um auch wirklich alle erreichbaren Artikel seiner Sammlung zuführen zu können. Seine Sammlung gilt in Kennerkreisen als die größte Märklin-Sammlung der Welt. Nur wenigen Auserwählten war die seltene Chance gegeben, einen Blick darauf zu werfen.  Darunter die Initiatoren dieser Ausstellung, deren Traum nach Jahren des Hoffens in Erfüllung gehen konnte.

Die Ausstellung in der Miniaturwelt Oberhausen öffnet die geheimnisvolle Tür zur größten Märklin-Sammlung der Welt einen Spalt breit und vermittelt ungefiltert Flair und Stimmung der einzigartigen Wunderwelt. In den ersten drei Jahrzehnten nach Gründung der Firma Märklin wurden ausschließlich Spielsachen für Mädchen produziert. Vom Miniatursuppentopf über kleine Herde mit echter Funktion, ganzen Puppenküchen, Puppenwagen bis zu kleinen Badezimmern reicht die Palette. Ab dem Jahr 1891 kamen technische Spielwaren hinzu, die mehr auf die männliche Jugend ausgerichtet waren: Kutschen, Dampfmaschinen, Karussells, Schiffe, Kreisel, Autos, Flugzeuge und natürlich Miniatur-Modelleisenbahnen. Sie erweiterten den Kundenkreis und das  Angebot unterschiedlichster Waren wuchs enorm. Gerade die Jahre um 1900 gelten als die „großen Jahre Märklins“. Die Expansionsgeschwindigkeit in Größe und Vielfalt wurde danach nie wieder erreicht.

 

Die Modelleisenbahn

 

Von der 1891 von Märklin “genormten“ Spur I, die heute im Maßstab 1:32 und mit einer Spurweite (Abstand der Gleise) von 45 mm angeboten wird, leiten sich alle zeitlich nachfolgenden Modelleisenbahn-Baugrößen ab.

Das erste Fahrzeug war eine Uhrwerk-Lokomotive (Federaufzug-Lokomotive). Schon 1895 kamen Lokomotiven hinzu, die spiritusbeheizt, also „echtdampfbetrieben“ waren. Im gleichen Jahr begann auch die „Elektrifizierung“ der Blecheisenbahn. Obwohl es in Göppingen erst ab 1900 ein Elektrizitätswerk gab, wurde schon 1895  die erste elektrische Märklin-Straßenbahn vorgestellt.

Die völlig „ungefährliche“, aber leider nur mit begrenztem Spielwert ausgestattete Antriebsart, das Uhrwerk, wurde von den spiritusbeheizten Maschinen in den Hintergrund gedrängt um dann schließlich selbst zugunsten des elektrischen Antriebs an Bedeutung zu verlieren.

Die ersten elektrischen Modelle waren sogenannte Starkstrom-Lokomotiven, das heißt, sie wurden mit der vollen Netzspannung, nur abgesichert durch zwei Vorlampenwiderstände, betrieben. Doch schon 1926 war die Technik soweit, dass von Größe und finanziellem Einsatz her das 20-Volt-System Einzug halten konnte. Ab der Zeit durften elektrische Eisenbahnen nur noch mit Transformatoren, die 20 Volt Ausgangsspannung hatten, betrieben werden. Ein großer Schritt in Richtung populäres Hobby war getan.

 

Die Autobahn

 

Bereits im Jahr 1934 hat die Firma Märklin eine elektrische Autobahn angeboten. Die Autos kamen unter der Nummer 13301 in Rot oder Weiß zur Auslieferung. Außer den Fahrbahnstücken aus lithografiertem Blech und den Fahrzeugen, bestand das Angebot aus einer Brücke und einem Rundenzähler. Transformatoren, Regler und Umformer aus dem Märklin-Eisenbahnangebot vervollständigten das Sortiment. Das rote Auto trägt die Nummer 5, das weiße Auto die Nummer 7. Schon 1938 wurde die Autobahn aus dem Programm genommen. Der Verkauf von Autobahnen boomte erst 30 Jahre später. Die Firma Märklin war ihrer Zeit lange voraus. Als die Auto-Rennbahnen in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts immer stärker gefragt waren, brachte Märklin die Auto-Rennbahn „Sprint“ auf den Markt.

 

Dampfmaschinen

 

Als die Dampfmaschinen in die Kinderzimmer kamen, waren seit deren ersten gewerblichen Einsatz in Manufakturen und Bergwerken, schon  mehr als 100 Jahre vergangen. Das war ein ungewöhnlich langer Zeitraum, zumal andere technische  Neuerungen unmittelbar nach deren Einsatz als Spielzeug angeboten wurden. Ursache war sicherlich die Tatsache, dass die Maschinen in den Fabriken unter Ausschluss der Öffentlichkeit arbeiteten.

Märklin bot im Katalog von 1895 die erste Dampfmaschine an. Es war eine sogenannte „Dreibeiner-Maschine“. Ein Kessel, stehend auf drei Beinen, wurde von unten beheizt. Oben war der oszillierende Zylinder mit Schwungrad angebracht. Eine sehr einfache Dampfmaschine, aber doch so interessant, dass innerhalb von gut  einem Jahrzehnt eine ansehnliche Produktgruppe erwuchs. Es gab fast 80 verschiedene Maschinen, von der einfachen Dampfmaschine mit oszillierendem Zylinder bis zur Verbund-Maschine (Hoch- und Niederdruckzylinder) und Stirling-Motoren sowie Dampfturbinen. Die Produktgruppe umfasste zudem eine große Anzahl von Betriebsmodellen, die über Transmissionsriemen von den Dampfmaschinen angetrieben wurden. Betriebsmodelle waren Schleifsteine, Sägen, Drehbänke, Hammerwerke, Dynamos, Pumpen, Ventilatoren, sogar ein Butterfass und weitere interessante Gerätschaften. Die Serie der aufwändigen Maschinen mit Ventilen begann Märklin im März 1914. Der kurze Zeit später beginnende Krieg ließ keine große Stückzahl zu. Teilweise blieb es bei Einzelstücken, die heute sehr gesucht sind.

 

Mädchenspielzeug

 

Elektrische Herde, die „komfortabler“ zu handhaben waren als die spiritusbeheizten „Öfen“ der Jahrhundertwende, erschlossen neue Käuferschichten. Nach zeitgemäßer Vorstellung war das Spiel mit elektrischen Herden für Kinder problemlos und „ungefährlich“. Die mit angebotenen Kochbücher machten das Spiel zur  „Schule für das spätere Leben“. Unausgesprochen wurde dem pädagogischen Anspruch „spielend lernen“ entsprochen.

Um die Mitte der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts  wurde das Märklin-Angebot an Herden gänzlich überarbeitet. Moderne Herde wurden aufgenommen, die bisherigen, mittlerweile im Aussehen veralteten Versionen abgelöst. Auch die technische Ausstattung war zeitgemäß. Mit einem Rumpfsortiment von drei Herden, im Katalog von 1950, beendete Märklin das Angebot von Mädchenspielzeug.   

 

Der Eintrittspreis zu Mythos_Märklin beträgt für Erwachsene 7,90 €, beachten Sie die vergünstigten Familien- und Kombitickets für den gleichzeitigen Besuch der Miniaturwelt Oberhausen. Weiterführende und begleitende Informationen finden Sie unter den nachfolgenden Links.

 

Von: Pressemeldung Roland Gaugele