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Dienstag 22. Juli 2008
Modelleisenbahn als Beruf? Einblicke in das Leben eines Modellbahn-Profis

Georg Rinneberg, Modellbahnwelt Oberhausen, beschreibt sein Wochenende

Mancher Modellbahner wünscht sich, sein wunderschönes Hobby zum Beruf machen zu können. Wäre das nicht schön? Nur noch an der Anlage weiter bauen, das Leben voller Züge genießen und nicht mehr jeden Tag ins Büro müssen ...

Wie es einem geht, der derzeit sicher im Hauptberuf Modellbahner ist, erzählte Georg Rinneberg den Reportern der Zeitung WAZ, die das am 19. Juli 2008 im Lokalteil von Oberhausen und der Region in der Rubrik "Mein Wochenende" druckte.

Georg Rinneberg ist Unternehmensberater, war also auch früher schon selbständig tätig. Eine gute Voraussetzung, um Modellbahn zu seinem Beruf zu machen, denn ist dieser Entschluss erst einmal gefasst und wird konsequent in die Tat umgesetzt, haben die geregelte 40-Stunden-Woche, das freie Wochenende und der Urlaubsanspruch ausgedient!

Und so sieht dann das Wochenende des Berufs-Modellbahners Georg Rinneberg aus:

"Am Wochenende werde ich arbeiten. Unsere Anlage muss fertig werden, am 1. August ist Eröffnung."

Wie so ein "gemütliches Wochenende" dann aussieht, beschreibt Georg Rinneberg sehr detailliert:

5.30 Uhr Aufstehen (wie gesagt, am Wochenende)
6.30 Uhr aus Dortmund losfahren
7.00 Uhr bis etwa 20.30 Uhr arbeiten
20.30 Uhr Rückfahrt nach Dortmund
21.00 Uhr Ankunft zu Hause
22.00 Uhr geht's ins Bett

So ein Wochenende mag manchen schockieren, aber es gibt noch schlimmere "Schicksale", denn in vielen anderen Berufen ist Wochenend-Arbeit ebenso völlig normal wie extrem lange Arbeitszeiten. Daher sagt Georg Rinneberg auch:

"Es gibt Schlimmeres, als sein Hobby zum Beruf zu machen - aber das ist richtig Arbeit."

Den wesentlichen Unterschied zum Hobby-Modellbahner erklärt er in einfachen Worten:

"Der Hobbybastler kann bei schönem Wetter sagen: "Ich baue morgen weiter, weil ich heute lieber grille."

Nach Lust und Laune kann der "Berufs-Modellbahner" in einem solchen Fall nicht entscheiden, jedenfalls nicht, wenn er Investor einer Schauanlage beeindruckenden Ausmasses und entsprechend hoher Erstellungskosten ist:

"Bei uns ist es richtig Business, wir verbauen zwei Millionen Euro. Das muss fertig werden. Es hilft alles nichts, es kommen auch wieder andere Zeiten. Aber die Eisenbahnanlage - 420 Quadratmeter groß - wird 'ne tolle Sache. Da lohnt sich's auch, früh aufzustehen."  

Eine wichtige Voraussetzung zum Berufs-Modellbahner ist also Begeisterung, die bringt wohl jeder Modellbahner für sein Hobby reichlich mit. Kann also jeder Modellbahner sein Hobby zum Beruf machen?

Begeisterung allein reicht im Fall von Georg Rinneberg sicher nicht, es erfordert deutlich mehr, um mit dem Termindruck fertig zu werden, trotz der hohen Investitionssumme nachts gut schlafen zu können und tagsüber die 51 Mitarbeiter optimal einzusetzen.

Das Basteln an der Anlage tritt da in den Hintergrund, denn so beschreibt Georg Rinneberg seinen Arbeitsalltag:

"Ich bin viel mit Organisation beschäftigt und kann leider nicht so viel selbst bauen."

Schade eigentlich, der Traumberuf sieht also hier in der Realität deutlich anders aus als die Freizeit des "Hobbybastlers". Es hat doch was für sich, als Modellbahner am Sonntag ausschlafen und dann nach Lust und Laune weiter bauen zu können, ohne ständig die Sorge zu haben, dass die Anlage nicht rechtzeitig fertig wird.

Aber Hand aufs Herz: Würden Sie nicht auch jeden Sonntag etwas früher aufstehen, wenn Sie 2 Millionen für die eigene Modellbahnanlage zur Verfügung gestellt bekämen?

Von: MAB