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Dienstag 19. April 2011
Modellbahn-Züge der Wirtschaftswunder-Jahre und Steiff-Puppen in einer Ausstellung

„Modellbahn-Züge der Wirtschaftswunder-Jahre 1949 – 1969“ im Rahmen der Ausstellung „Mythos_Märklin“ bis Juni 2011 im Gebäude der Miniaturwelt Oberhausen - Signierstunde mit dem Urgroßneffen von Margarete Steiff am 21. April

Animierte Steiff-Tier-Displays sind ein absoluter Hingucker und ein Highlight der Sonderausstellung im Rahmen von "Mythos Märklin"

Animierte Steiff-Tier-Displays sind ein absoluter Hingucker und ein Highlight der Sonderausstellung im Rahmen von "Mythos Märklin"

In der Modellbahnwelt Oberhausen, Zum Aquarium 2 (in Nachbarschaft zum CentrO), werden historische Erzeugnisse der Firmen Steiff und Märklin und damit die ganze Bandbreite des Spielzeugs vom Ende des 19. bis weit ins 20. Jahrhundert hinein im Rahmen der Ausstellung "Mythos Märklin" gezeigt. Mädchenspielzeug, technisches Spielzeug, Plüsch und Eisenbahnen sind hier präsentiert. Der technische Fortschritt an der Schwelle der Industrialisierung zeigt sich an den weitgehend in Handarbeit hergestellten Erzeugnissen der beiden Premium-Marken. Am 21. April 2011 findet eine Signier-Stunde mit Joachim Steiff, dem Urgroßneffen von Margarete Steiff, von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr zu jeder vollen Stunde statt. Gleichzeitig ist eine Schauwerkstatt mit einer Meisterin in der Herstellung von Teddys von 10:00 Uhr bis 16.00 Uhr zu sehen. Die von ihr gefertigten „Bären“ werden von Joachim Steiff handsigniert.

Sehr seltene Steiff-Tiere, darunter frühe Teddy-Bären aus der über 130-jährigen Geschichte des Unternehmens, sind schon seit Anfang April 2011 in Oberhausen zu sehen. Die Steiff-Schau erweitert die Ausstellung „Mythos_Märklin“ um besondere Exponate der Traditionsfirma Steiff aus Giengen/Brenz  in Baden-Württemberg. Zusammen mit den Artikeln  aus der der größten Märklin-Sammlung der Welt entstand ein umfassender Querschnitt des gesamten Spielzeugangebots zu Anfang des 20. Jahrhunderts.

Bei beiden Firmen aus dem Schwäbischen waren starke Frauen die Basis des Erfolgs. Margarete Steiff und Caroline Märklin. Ihnen gemeinsam war die Tatkraft, Ausdauer und das Gespür für den Bedarf des Marktes. Der Mythos, der beide Firmen umgibt, entsprang ihrer besonderen Initiative. Von Märklin sind Puppenherde,  Autos, Dampfmaschinen, Schiffe und Eisenbahnen aller historischen Größen zu sehen. Von Steiff die ersten Teddy-Bären, die Ente mit Artikelnummer 2122 von 1898, der Englische Postmann mit der Artikelnummer 50 von 1903, der Schimpanse mit der Artikelnummer 5317 von 1911 und viele andere seltene Stücke aus dem Firmenarchiv. Den Präsentationen von Steiff und der größten Märklin-Sammlung der Welt sind weitere Sonderausstellungen angegliedert: sensationelle Großmodelle aus dem legendären Märklin-Metallbaukasten und „Märklin-Züge der Wirtschaftswunderjahre“ in der weltweit beliebtesten Modellbahngröße H0 (Halbnull).

Modellbahn-Züge der Wirtschaftswunder-Jahre  1949 – 1969

Schweiz und Amerika: Zu den ersten Neuheiten, die Märklin nach dem Kriege in der Baugröße 00 (später H0) herausbrachte, zählten der Schnelltriebwagenzug ST 800 nach amerikanischem Vorbild und die Schweizer Gebirgslokomotive der Baureihe Ce 6/8, die unter dem Namen „Krokodil“ bekannt wurde. Der mutige Schritt, aufwendige ausländische Fahrzeuge ins Programm aufzunehmen, war wohl bedacht. Die inländische Kaufkraft war kurz nach Kriegsende sehr gering. Die Kaufkraft in der Schweiz dagegen vergleichsweise sehr hoch. Auch war die Schweiz von jeher ein Land mit hoher Wertschätzung für die Eisenbahn. Daher lag nahe, eine der spektakulärsten und modernsten Lokomotiven der Schweiz  ins Sortiment zu nehmen. Ähnliche Gründe sprachen auch für den Zug nach amerikanischem Vorbild. Der Firmensitz von Märklin lag in der amerikanischen Besatzungszone. Märklin-Erzeugnisse waren in Amerika bekannt und eine Chance, an frühere Exporterfolge in Amerika anzuknüpfen boten die an Spielzeug und Modelleisenbahn begeisterten Besatzungstruppen und  deren Angehörigen.

Moderne Dampflokomotiven: Die Hauptlast des Transportaufkommens trug in den Jahren des Aufschwungs nach dem Krieg die Eisenbahn. Ihre Dampflokomotiven waren allgegenwärtig und unverzichtbare Glieder der zunehmenden Mobilität. Besondere Beachtung fanden die Fahrzeuge, die im Fern- und Schnellzugverkehr eingesetzt wurden. Deshalb durften die, wenn auch für die meisten Kunden unerschwinglich, nicht im Programm fehlen. Die HR 800 N war der Dampflokomotive der Baureihe 01 nachempfunden und die SK 800 N der Stromlinien-Schnellzuglok der Baureihe 06.

Güterzug-Dampflokomotive der Baureihe 44: Im Jahr 1950 wurde eine weitere große Dampflokomotive ins Märklin-Programm aufgenommen. Die G 800 stellte die Baureihe 44 dar. Sie war das zuverlässige „Zugpferd“ vieler schwerer Güterzüge. Massengüter wurden durch sie in die Zentren der Industrie transportiert. Ganz-Züge mit Kohle oder Erz waren alltägliche Bilder, die die Erinnerung an die große Zeit der Güterzuglokomotive bis heute  am Leben halten.

Die Dampflokomotive der Baureihe 01: Über Jahrzehnte war die 1952 als Neuheit vorgestellte Dampflokomotive F 800 Detaillierungsvorbild  vieler nachfolgender Fahrzeuge. Sie stellte von Anfang an einen großen Schritt in Richtung Modellbahn dar und war ihrer Zeit weit voraus. Sie nahm ihrer „Vorgänger-Baureihe 01“  der HR 800, sehr schnell den Rang 1 in der Käufergunst ab.

Die meistgebaute Märklin-Lokomotive: Die erste aus ABS (Kunststoff) hergestellte Lokomotive war die CM 800 von 1953. Sie wurde im Laufe der Jahre zur meistverkauften Lokomotive von Märklin. 1957 von der Artikelnummer CM 800 in 3000 umbenannt, wurde sie bis heute über 5,27 Millionen mal verkauft. Man findet sie unter der Artikelnummer 30000 heute noch im Programm. Ihre Spritzgussform (Gusswerkzeug) musste im Laufe der Jahre mehrmals erneuert werden.

Die letze Neubaulokomotive der Bundesbahn: Unter der Bezeichnung DA 800 nahm Märklin 1953 die letzte von der Deutschen Bundesbahn in Betrieb genommene Dampflokbaureihe ins Programm. Die Dampflok der Baureihe 23 ersetzte viele der in die Jahre gekommenen Schlepptender-Lokomotiven der BR 38. Unter der Artikelnummer 3005 wurde sie von Märklin bis 1972 angeboten. Als Teilesatz (Bausatz) konnte sie noch bis 1980 erworben werden.

Der Retter der Nebenbahnen: Der Schienenbus (Typ 795) wurde als Retter der Nebenbahnen bezeichnet. Zusammen mit dem antriebslosen Beiwagen (Typ 995) war er die vielbeachtete Märklin-Neuheit des Jahres 1955. Unter den Artikelnummern DB 800 (ab 1957 Nr. 3016) und DB 800 B (ab 1957 Nr. 4016) war er bis 1999 im Märklin-Katalog zu finden.

„Der letzte Luxuszug“: Der TRANS EUROPEXPRESS, besser bekannt unter der Bezeichnung TEE, stand für komfortables Reisen. Zwischen der Schweiz und den Niederlanden eingesetzt, war er für Jahre einer der positiven Imageträger des Schienenverkehrs. Unter der Artikelnummer 3070 wurde er von 1965 bis 1970 im Märklin-Katalog geführt.

Die sensationellen Ausstellungen finden im Gebäude der Miniaturwelt Oberhausen, Zum Aquarium 2, 46047 Oberhausen statt und sind bis zum 30. Juni 2011 zu sehen.

Von: Pressemeldung Roland Gaugele / Redaktion