Modellbahntechnik RSS-Feed

Abonnieren Sie jetzt unseren RSS-Feed und verpassen Sie keine Nachricht mehr!

 

Anleitung für den Internet Explorer 7

Anleitung für Firefox 2.0

Nachrichten Archiv:

Donnerstag 27. März 2008
Fleischmann verkauft: Ihre Leserbriefe zu diesem Explosivthema - knallhart und unzensiert!

Sicher ist auf dem Modellbahnmarkt derzeit nur eins: Niemand ist sicher. Das musste auch eine der weltweit renommiertesten Modelbahnunternehmen erfahren, die Firma Fleischmann aus Nürnberg. Das 1887 gegründete Unternehmen ist von der deutsch-österreichischen Modelleisenbahn Holding GmbH („Roco“) gekauft worden, hinter der der oberbayerische Bauunternehmer Franz-Josef Haslberger („Hasit Trockenmörtel“) steht.

Da beide Unternehmen primär für den Zweileiter-Markt produzieren, ist Fleischmann also von einem direkten Mitbewerber geschluckt worden. Das Aus für den Familienbetrieb überrascht Branchen-Insider allerdings kaum, denn bei zuletzt rund 340 Mitarbeitern wurde gerade mal ein Umsatz von 22,5 Mio. erwirtschaftet. Tragisch für die Mitarbeiter und die Stadt: Nürnberg verliert damit nach Arnold, Trix und LGB möglicherweise seinen letzten Modellbahn-Hersteller, denn die Zukunft des Stammwerks ist derzeit noch offen.

Es steht zu erwarten, dass die Modelleisenbahn Holding die Marke Fleischmann parallel zu Roco weiterbetreiben wird und der laufende Sanierungsplan fortgesetzt wird. Viele Modellbahner hoffen nun, dass sich mittelfristig durch diese Übernahme die hohe Qualität der Fleischmann-Modelle mit der moderneren und preiswerteren Technik der Roco-Fahrzeuge verbindet. In unseren zukünftigen redaktionellen Tests werden wir Sie informieren, ob diese Hoffnung erfüllt wird.

Nach dieser Meldung über den Verkauf von Fleischmann an die Modelleisenbahn GmbH in der vorletzten Ausgabe unseres Modellbahntechnik-Newsletters vom 22.02.2008 erreichte uns eine überwältigende Anzahl an E-Mails, die zeigt, dass Fleischmann zu den Herstellern mit einem großen Renommee auf dem Modellbahnmarkt zählt. Eine Auswahl der E-Mails geben wir Ihnen daher hier zur Kenntnis. Bitte beachten Sie: Es handelt sich um echte Zuschriften, keine Fakes, wie sie in anderen Publikationen leider üblich sind! Die E-Mail-Adressen der Absender verbleiben aus Gründen des Datenschutzes in der Redaktion. Schonmal ein ganz dickes Dankeschön an alle, die uns eine E-Mail zu dieser Meldung gesendet haben. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nicht alle Zuschriften veröffentlichen können.

Von Alfred Eberhart erreichte uns diese Mail:

„Da Fleischmann nicht gerade einer der billigsten ist, kann man nun hoffen, dass die Produkte nun vielleicht etwas günstiger werden. Unser Hobby "Modelleisenbahn" ist in den letzten Jahren leider immer teurer geworden. Fleischmann und Roco unter einen Dach finde ich sehr gut.“

Eckhard Süssmann aus 58730 Fröndenberg schrieb uns:

„ … wiederum mussten Sie in der Ausgabe vom 22.02.2008 über den "Tod" eines renommierten Unternehmens der Modellbahnbranche berichten. Diese Branche besetzt zwar auf der Nürnberger Messe immer noch eine beachtlich große Messehalle, aber ich bin der Meinung, dass die "Modellbahn" trotz der Impulse, die ihr die Digitalisierung (mit sämtlichen zweifelhaften Auswüchsen wie z.B. Betriebs- und Bahnhofsgeräusche) gegeben hat, mittelfristig zum Tode verurteilt ist. Kleinkinder sagen als eins der ersten Worte: "AUTO" und lernen allenfalls als Fahrschüler ziemlich spät die "Eisenbahn" kennen. Die den heutigen Modellbahnkäufern aus Jugendtagen noch vertraute "Eisenbahnatmosphäre", der Geruch nach heißem Öl, der Dampf, der Qualm aus dem Lokomotivschlot, die Geräuschkulisse und die Gemächlichkeit eines vollverbeamteten Staatsbetriebs fehlt der nachgeborenen Generation. Es besteht kein Anreiz mehr, eins der windkanaloptimierten, fast gesichtslosen Fahrzeuge zu erwerben, die, wenn man sie einmal als Fahrgast benutzt hat, wegen des "Drumherums" nur in unangenehmer Erinnerung bleiben (Schmutz, Unpünktlichkeit, drangvolle Enge, "nette" Mitfahrer usw.). Der technische Fortschritt, den uns die Digitalisierung der Modellbahn beschert hat, ist gewaltig und ich verkenne nicht, dass sich die "Spielfreude" ungeahnt vergrößerte. Aber der finanzielle Aufwand steigt ins Unermessliche, wenn man sämtliche Möglichkeiten, die die "Digital-Anbieter" so offerieren, in der eigenen Modellbahnanlage umsetzen möchte. Und nachdem dann der "Opa" stolz seine Modellbahnanlage perfektioniert hat und sein Sohn mit vielleicht geheucheltem Interesse ihm über die Schulter guckt, kommt der Enkel, rümpft das zarte Näschen und wendet sich ab, weil er in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit schaut. Er spart ja schon für den Führerschein und wünscht sich, dass Opa später sein erstes Auto sponsort. Ob Märklin mit seinen Ideen, die "Jugend" für die Modellbahn zu begeistern, Erfolg haben wird? Ich hoffe es."

 Von Horst Dier erhielten wir diese Nachricht:

„... Die Stimmen von uns Kleinen verhallen ungehört und die Übernahmemanie (so etwas ist es meines Erachtens inzwischen) findet in allen Bereichen und Branchen ihre Opfer. Inwieweit das Unternehmen Fleischmann nicht überlebensfähig war, kann ich nicht beurteilen. Für mich ist aber klar, dass auch hier in erster Linie Konkurrenz in den Griff gebracht wird. Rundum großes Monopoly-Spiel des Kapitals, vertreten durch die Manager, die nicht mal mit eigenem Einsatz (Risiko) spielen.  Als Betreiber meiner Märklin HO Anlage finde ich es schade, dass ein Mitbewerber auf dem Modelleisenbahnmarkt seine ausgezeichneten Ideen und Fähigkeiten nicht mehr einsetzt. Ohne die Konkurrenz (nicht wirtschaftlich) Fleischmann aber auch Roco (ursprüngliche) wäre Märklin auf dem Trip geblieben: Die Modellbahner kaufen, was wir produzieren. Ich glaube, dass Märklin erst durch diese sorgfältig und mit Liebe zum Detail arbeitenden Familienbetriebe (M war immerhin bereits Branchenriese, etwas mehr als nur Familienbetrieb) angehalten wurde, die Modelle filigraner und individueller herauszuarbeiten. Wenn ich meine betagten Stücke mir vornehme, sehen Märklins nicht immer besonders gut aus neben Fleischmann oder Roco. Aber gut, glauben wir mal daran, dass es hier nicht um Konkurrenzausschaltung und Gewinnmaximierung geht, sondern um ein echtes Bedürfnis, den Mitarbeitern die Arbeitsstelle und den Modellbahnern ein hervorragendes Erzeugnis zu erhalten."

Dieses Feedback erhielten wir von Lars Heijen aus Holland:

„Mit Enttäuschung habe ich Ihren Bericht gelesen "Modelleisenbahn GmbH kauft Fleischmann". Seit 40 Jahren bin ich Fleischmann-Fan, gerade weil die Marke Fleischmann für Qualität steht / stand. Roco habe Ich immer weniger 'gut', sprich detailliert gefunden, die Verarbeitung der Modelle kann nicht an Fleischmann tippen. Es stimmt, Fleischmann ist teurer, aber auch besser verarbeitet. Ich zahle lieber etwas mehr für bessere Qualität. Ich hoffe nur, dass die Qualität von Fleischmann so bleibt, wie sie jetzt ist, und nicht 'abrutscht' nach Roco Qualität, weil die billiger ist!  Ich wünsche den 340 Mitarbeitern von Fleischmann viel Stärke bei dieser Übernahme. Ich werde Ihre weiteren Berichte über Fleischmann mit Spannung verfolgen."

Peter Krause ließ uns folgende E-Mail zukommen:

„ … natürlich finde ich es bedauerlich, wenn Fleischmann nicht mehr als selbständiges Unternehmen weiter bestehen wird. Allerdings konnte man es in den letzten zwei Jahren anhand der Neuheiten (m. E. eine Überlast in den Epochen 1 und 2) sehen, dass die (noch) jüngeren Modellbahner, soweit sie es gibt, abseits stehen mussten. Mit Autotransportern aus Ungarn ist es nicht getan. Viele Reichsbahn-Reise-Zugwagen gab es auch in der Epoche 4. Aber weit gefehlt, nicht mal über Eurotrain gab solch mögliche Sonderserien. Des Weiteren die Reichsbahn-Dampfloks (Ost) nur mit Zweilichtausstattung. Ersatzstirnwandtüren wollte man nicht anbieten. Auch die 38 mit dem Langtender, die 39 mit offener Schürze waren solche Fehlschläge (nur 2 Lampen). Der G 10 wurde auch nie als Gklm 191 (Ep. 4) auf den Markt gebracht. Was soll ich denn mit "Cross-Rail"?"