Donnerstag 09. August 2018
Rollwiderstand

Der Rollwiderstand spielt nicht nur beim Betrieb der Vorbildbahn eine zentrale Rolle. Auch bei der Modelleisenbahn ist ein geringer Rollwiderstand für die Bildung vorbildnaher Garnituren und einen störungsfreien Betrieb wichtig.

Als Rollwiderstand (auch Rollreibung) wird der Verformungswiderstand  eines Körpers bei einer abrollenden Bewegung bezeichnet. Für die Kraft, die zum Ziehen eines Zugs erforderlich ist, spielt der Rollwiderstand die entscheidende Rolle, nicht das Gewicht der angehängten Garnitur. Im Vergleich zu einem Kraftfahrzeug auf einer Straße ist der Rollwiderstand zwischen den Stahl-Rädern eines Waggons und der Schiene rund zehnmal niedriger als zwischen einem Autoreifen und der Straße. Der geringe Rollwiderstand des Rad-Schiene-Systems macht es erst möglich, mit relativ geringem Energieeinsatz sehr große Gewichte von bis zu mehreren tausend Tonnen per Eisenbahn zu transportieren.

Für die Modellbahn spielt ein geringer Rollwiderstand für den Betrieb ebenfalls eine sehr große Rolle. Vielfach sind Zuggarnituren in vorbildnaher Länge nur einsatzfähig, wenn die Waggons sehr gut gepflegt sind und somit einen möglichst niedrigen Rollwiderstand haben. Wie hoch der tatsächliche Rollwiderstand eines Zuges ist, hängt auch stark vom Gleispplan bzw. Gleisbau auf der Anlage ab. Speziell enge Kurvenradien erhöhen den Rollwiderstand erheblich, sodass manche Lokomotiven ins Schleudern kommen oder der Zug sogar stecken bleibt, z. B. in einer Gleiswendel. Grund hierfür ist die Reibung der Radkränze an den Schieneninnenflanken.

Um den Rollwiderstand zu verringern, bieten die Zubehörhersteller für manche Waggon-Modelle, die ab Werk mit Kunststoffradsätzen ausgestattet sind (z. B. vielfach bei LGB), hochwertigere, elektrisch isolierte Metallradsätze an. Insbesondere für die Modellbahner des H0-Wechselstrom-/Mittelleitersystems ("Märklin-System") ist es ein wichtiger Faktor, für einen möglichst geringen Rollwiderstand tatsächlich Radsätze für die spezielle Rad-Schiene-Geometrie dieses Systems einzusetzen, die nicht mit der des international genormten H0-Zweileiter-Systems identisch ist. Weitere Infos hierzu finden Sie in den NEM 310/311.

Eine ausführliche Darstellung der physikalischen Faktoren zum Rollwiderstand finden Sie im Wikipedia-Beitrag, den Sie mit dem nachfolgenden Link erreichen.

Literaturempfehlungen

Schienen, Weichen, Schwellen: Das Fundament der Bahn

Die neue Modellbahn-Werkstatt: Tipps und Tricks für Einsteiger und Profis

Modellbahn Techniken (Die Modellbahn-Werkstatt)

So funktioniert die Modelleisenbahn (Die Modellbahn-Werkstatt)

Von: Rudolf Ring
 
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