Donnerstag 23. Juli 2020
Nord-Modul

Modellbahn-Lexikon: Das Nord-Modul ist eine H0-Anlagen-Bauform für das Mittelleiter/Dreileiter-System

Modellbahn-Modulkästen nach der Vorgabe der "Nord-Module", bestückt mit Märklin C-Gleis

Modellbahn-Modulkästen nach der Vorgabe der "Nord-Module", bestückt mit Märklin C-Gleis

Unter den Bauformen einer Modelleisenbahn-Anlage erfreut sich insbesondere bei Clubs die Modul-Anlage großer Beliebtheit. Modellbahn-Module sind prinzipiell gleichförmige Teile einer Modellbahnanlage, komplett mit Oberbau, Gleisen und Landschaftsbau, nötigenfalls auch mit spezieller Technik für das Funktionieren des Moduls.

Jeder Modellbahn-Modulkasten ist also eine "kleine Modellbahnanlage", die aufgrund der genormten Übergänge beliebig miteinander angeordnet werden können. Insofern ist ein Modul also immer Teil einer Modellbahn-Anlage, die sich aus vielen Modulen zusammensetzt. 

Der große Vorteil von Modulanlagen ist die Transportmöglichkeit und die flexible Anordnung und der Ausbau der Module. Besondere Aufmerksamkeit beim Modulbau ist den Schnittstellen und Anschlüssen zwischen den Modulen zu widmen, da Modulanlagen im Gegensatz zu einer Segmentanlage eine freizügige Anordnung der Module erlauben. Damit sind Modulanlagen auch für Messen und Ausstellungen ideal, da sie eine flexible Anpassung an die räumlichen Gegebenheiten erlauben.

Modulanlagen benötigen eine Norm, damit die Module sich problemlos und freizügig miteinander verbinden lassen. Es haben sich im Laufe der Zeit mehrere Modulnormen für unterschiedliche Modellbahn-Systeme und -Nenngrößen etabliert. Speziell für das Märklin H0-Mittelleiter/Dreileiter-System ist die Norm der "Nord-Module" das Maß der Dinge.

Die Entwicklung des NORD-Moduls wurde 1983 von Mitgliedern des MEC Barsinghausen geleistet. Heute hat sich diese Modulnorm praktisch über ganz Deutschland verbreitet, bei Treffen werden Streckenlängen von 800 Metern und mehr realisiert. Besonderes Kennzeichen jeder Modul-Anlage ist das spezielle Modul am Anfang und Ende der Anlage. Typischerweise arbeiten Modul-Anlagen prinzipiell in "Hundeknochen-Form" (engl. dogbone-modules), Anfang und Ende der Modulanlage bilden also Wendemodule, in denen die Fahrzeuge eine Kehrschleife durchfahren.

Nord-Module sind 99 cm lang, die Höhe vom Fußboden bis zur Oberkante des Trassenbrettes soll 102 bis 105 cm betragen, um auch Unebenheiten des Bodens ausgleichen zu können. Der Toleranzausgleich wird durch verstellbare Füße mit Gummiteller erreicht. Zwar ist die Modulform standardisiert, in der Praxis gibt es aber kaum einmal eine größere Installation einer Anlage mit Nord-Modulen, die nicht auch segmentierte Bereiche integriert, beispielsweise für den Betrieb einer Gleisharfe oder eines Bahnhofbereichs.

Da die Nord-Module doppelgleisig ausgelegt sind, ist die elektrische Einrichtung und der Betrieb völlig unproblematisch. Auch wenn die NORD-Module ursprünglich für den Betrieb mit dem "Märklin"-H0-Mittelleiter/Dreileiter-System konzipiert wurden, so können sie doch mit wenig Aufwand auch von H0-Zweileiter-Modellen (Fleischmann, Roco, PIKO, TRIX) befahren werden. Dazu muss eine passende Spannungsquelle verwendet werden und die Schienen des Gleissystems (in aller Regel Märklin K-Gleis, seltener Märklin C-Gleis) müssen gegeneinander isoliert sein. 

Neben dem NORD-Modul gibt es als weitere bekannte Modul-Bauform die Module des Clubs "Reviermodule e.V.", die zu den NORD-Modulen inkompatibel sind. Infos dazu finden Sie unter nachstehndem Link.

Tipp: Unbedingt lesenswert ist die PDF-Broschüre "Modulanlagenbau nach dem NORD-Modul" von Max Ernst, die Sie am nachfolgenden Link des M.E.C. Stetten erreichen.

 

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Von: Rudolf Ring
 
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