Freitag 28. August 2020
Getriebehemmung

Lokomotiven für die elektrische Modelleisenbahn übertragen die Antriebskraft vom Motor über ein Getriebe auf die Radsätze. Dabei spielt die Getriebehemmung eine wichtige Rolle bei Betrieb, Wartung und Reparatur.

Dieses Modellbahn-Drehgestell wird von einem Glockenankermotor angetrieben, der mit einer Schwungmasse ausgestattet ist. Das Schneckenrad auf der Motorwelle wendet die Drehrichtung um 90 Grad und hat eine Selbsthemmung zur Folge

Dieses Modellbahn-Drehgestell wird von einem Glockenankermotor angetrieben, der mit einer Schwungmasse ausgestattet ist. Das Schneckenrad auf der Motorwelle wendet die Drehrichtung um 90 Grad und hat eine Selbsthemmung zur Folge

Es handelt sich bei der Getriebehemmung (Engl. = transmission inhibition) um eine spezielle Eigenschaft aus dem Bereich der technischen Mechanik.

Entscheidener Fakt: Ein selbsthemmendes Getriebe kann über die Antriebswelle, aber nicht über die die Abtriebswelle angetrieben bzw. gedreht werden.

Für die Handhabung von Modellbahn-Lokomotiven bedeutet das: Der Motor des Triebfahrzeugs kann ein selbsthemmendes Getriebe über die Antriebswelle drehen, aber der Modellbahner kann anders herum das Getriebe nicht manuell über die angetriebenen Radsätze drehen.

Es wird bei selbsthemmenden bzw. selbsthemmungsfähigen Getrieben zwischen dynamischer und statischer Selbsthemmung (auch: Selbstbremsung) unterschieden:

 

  • Dynamische Selbsthemmung: Bei der dynamischen Selbsthemmung bleibt der Antrieb unmittelbar oder nach kurzer Zeit stehen, auch wenn an der Abtriebsseite noch ein Drehmoment wirkt, beispielsweise durch eine Schwungmasse in einer Lokomotive.
  • Statische Selbsthemmung: Im Unterschied dazu bleibt der Antrieb bei der statischen Selbsthemmung nur in Ruhelage stehen. Wird der antreibende Elektromotor durch das Fahrgerät ausgeschaltet und es ist abtriebsseitig anhängende Last (angehängte Waggons) vorhanden, bleibt das Getriebe und damit das angetriebene Fahrzeug nicht zuverlässig stehen.

 

Für den H0-Modellbahner wichtig zu wissen: Klassische Märklin-Lokomotiven waren nicht mit einem selbsthemmenden Getriebe ausgestattet. Bei diesen Lokomotiven, meist auch an dem Scheibenkollektor zu erkennen, kann man die Antriebsräder drehen, und damit bewegt sich auch der Motor-Anker.

 

Vorsicht! Wenn Sie das mit mehr oder weniger großer Gewalt bei einem Lokomotiv-Modell mit einem selbsthemmenden Getriebe versuchen, ist eine Beschädigung des Getriebes, z.B. einer Schneckenwelle, die nahezu unausweichliche Folge!

 

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Von: Rudolf Ring
 
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