Dienstag 26. November 2013
2C1 - Pacific

Modellbahn-Lexikon: Die erfolgreichsten Dampflokkonstruktionen der Geschichte weisen die Achsfolge 2C1 "Pacific" auf

Hochwertiges Kleinserienmodell in der Nenngröße H0 einer 2C1 Pacific Dampflok der Baureihe 42 vom Hersteller Micro Metakit

Hochwertiges Kleinserienmodell in der Nenngröße H0 einer 2C1 Pacific Dampflok der Baureihe 42 vom Hersteller Micro Metakit

Dampflokomotiven mit der Achsfolge 2'C1', also mit einem vorauslaufenden zweiachsigen Drehgestell, drei Kuppelachsen und einer Nachlaufachse, werden als  "Pacific" bezeichnet. Es handelt sich dabei zwar um eine US-Amerikanische Bezeichnung, die Dampfloks gemäß der US-Achsfolgenbeschreibung 4-6-2 bezeichnet, die aber inzwischen weltweit unter Eisenbahnern und Modellbahnern bekannt und gebräuchlich ist.

Pacific-Dampflokomotiven gehörten vom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts bis zum Ende der Dampflokzeit zu den schnellsten, stärksten und modernsten Dampflokomotiven. Sie beförderten die großen Expresszüge, vor allem in England, Frankreich und Deutschland, zum Beispiel den Flying Scotsman, den Train Bleu, den Orient-Express oder den Rheingold. Mit ihren großen Rädern und ihrer eleganten Erscheinung üben sie bis heute einen besonderen Reiz auf Reisende und Beobachter aus.

Die Dampflok-Konstrukteure trugen der besonderen Bedeutung der Pacifics als "Paradepferde" im Fahrzeugpark häufig durch eine besonders aufwändige Gestaltung Rechnung. So gelten der Flying Scotsman, die badische IV h und die bayerische S 3/6 als die formschönsten Dampflokomotiven der Eisenbahngeschichte. Ab den dreißiger Jahren wurden die Pacific-Loks mit Stromlinienverkleidungen versehen, die ihnen ein besonders schnittiges Aussehen verliehen.

Die Achsfolge 2'C1' stellt bei den in Europa gegebenen Beschränkungen (Kurvenradien, Steigungen und Länge der vorhandenen Drehscheiben) das Optimum in Bezug auf hohe Leistungen für schwere Reisezüge bei hohen Geschwindigkeiten dar. Die drei Treibachsen werden benötigt, um eine ausreichend hohe Zugkraft zu erreichen. Gleichzeitig verhindern die für die hohen Geschwindigkeiten notwendigen großen Treibraddurchmesser die Anordnung einer vierten Kuppelachse. Das führende Drehgestell sorgt für einen sicheren und ruhigen Lauf bei hohen Geschwindigkeiten und ist notwendig, um das Gewicht des Kessels mit zu tragen. Die Nachlaufachse trägt ebenfalls einen Teil der Gesamtmasse des Fahrzeugs und ermöglicht durch die Anordnung der dritten Treibachse vor dem Stehkessel den festen Achsstand gering zu halten.

Typische technische Daten einer 2C1 Pacific-Vorbildmaschine

  • Höchstgeschwindigkeit 120 bis 160 km/h
  • Treibrad-Durchmesser 1.800 mm bis 2.300 mm
  • Gesamtlänge von Lok und Tender etwa 21 bis 26 m
  • Lok-Dienstmasse 85 bis 119  t
  • Leistung etwa 1.700 bis 2.500 PSi

 

Für Modelleisenbahner sind die Pacifics von großer Bedeutung, zogen sie doch bei Länderbahnen, Reichsbahn und Bundesbahn bekannte Züge und waren Rückgrad vieler Verbindungen. Besonders bekannte 2C1-Maschinen sind die Reichsbahn-Baureihen 01 und 03 und die DB-Baureihe 10. Als vielleicht schönste Pacific gilt die Bayrische S3/6. Alle genannten Vorbildmaschinen sind in den gängigen Nenngrößen von diversen Anbietern verfügbar und so macht es auf der Modellbahn-Anlage kein Problem, einen vorbildnahen, epochegerechten Zug mit einer 2C1 Pacific zusammenzustellen und zu bespannnen.

Textquellenhinweis: Text unter teilweiser Einbeziehung des Wikipedaia-Artikels http://de.wikipedia.org/wiki/Pacific_(Lokomotive). Betreffende Textabschnitte sind unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar.

Von: Rudolf Ring
 
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