Mittwoch 30. Oktober 2019
1.435 mm

Modellbahn-Lexikon: Die Spurweite der Regelspurbahn beträgt 1.435 mm

Regelspur/Normalspur-Gleis im Maßstab 1:87 für Zweileiter-Modellbahnen (Nenngröße H0) unterschiedlicher Hersteller

Regelspur/Normalspur-Gleis im Maßstab 1:87 für Zweileiter-Modellbahnen (Nenngröße H0) unterschiedlicher Hersteller

Wahrscheinlich die wichtigste der vielen Zahlen rund um den Betrieb der Vorbild-Eisenbahn ist 1.435. Denn die Spurweite der Regelspur beträgt bei der Echtbahn 1.435 mm, oder nach dem englischen Maßsystem 4 Fuß 8,5 Zoll. Diese Spurweite wird auch als "Normalspur" oder in Abgrenzung zu Schmalspuren auch als "Vollspur" bezeichnet.

Die allermeisten Modellbahn-Systeme haben als Vorbild eine normalspurige Eisenbahn, ganz unabhängig von dem im Modell benutzten Maßstab (z.B. 1:87 bei H0, 1:160 bei Spur N). Die bekannteste Ausnahme hiervon ist die "LGB-Gartenbahn", die im Maßstab von 1:22,5 als Vorbild eine Schmalspurbahn hat.

Spurweiten über 1.435 mm werden als Breitspur bezeichnet, bekannt ist insbesondere die russische Breitspur-Vorbildbahn mit 1.520 / 1.524 mm Spurweite. Von Breitspur-Bahnen gibt es in Großserie keine Umsetzung in eine maßstäbliche Modelleisenbahn. Üblicherweise laufen daher heute Modelle von russischen Vorbildbahnen auf den H0-Gleisen mit 16,5 mm Spurweite.

Trivia: Gibt es einen historischen Ursprung für 1.435 mm?

Eine populäre moderne Sage sieht den Grund für das ungerade Spurweitenmaß in der angeblich zwei Pferdehinterteile umfassenden Fahrspur-Breite der Straßen des Römischen Reiches, die bis nach England reichten. Im Wesentlichen wird dabei der Ursprung des Spurmaßes englischer Bergwerkgleise auf die Breite römischer Straßen zurückgeführt.

Tatsächlich waren die Römerstraßen unterschiedlich breit, wenn es auch eine Richtlinie, die latitudo legitima, für 8 römische Fuß, entsprechend 2,4 Meter gab. Dies lässt sich nicht mit den 1422 Millimetern der Bergwerkgleise in Einklang bringen. Die Spurbreite von Kutschen und Karren bewegte sich aber schon in der Römerzeit um 1,5 Meter, mit Abweichungen im Dezimeterbereich.

Es gab zu keiner Zeit eine einheitliche Breite, da anders als bei Gleisen dazu keine Notwendigkeit bestand. Die moderne Sage berichtet zudem oft von „römischen Streitwagen“, welche aber für das römische Militär nicht belegt sind. Folglich wurden die Römerstraßen auch nicht für Streitwagen ausgelegt.

(Quelle des Abschnitts Trivia ist der nachfolgend verlinkte Wikipedia-Artikel.)

 

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Von: Rudolf Ring
 
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