Test: Roco Dampflok BR 85 Spurweite H0

 

Der große und schwere Dampflok-E-Kuppler der Baureihe 85 (fünf Koppelachsen) ist für Modellbahnfreunde kein Unbekannter, doch ein zeitgemäßes Modell der DB-Ausführung fehlt aktuell im Handel. Roco schickt sich an, diese Lücke zu schließen. In insgesamt vier Varianten bietet Roco die BR 85 007 der DB an:

Die analoge Ausführung für DC-Bahner, mit PluX22-Schnittstelle soll 379 € (Art.-Nr. 72270) kosten, die digitale Premiumversion (Art.-Nr. 72271) vermutlich rund 470 €.

Auch die „Wechselstromer“ des Mittelleiter-Systems dürfen sich auch auf diese Lok freuen. Unter der Art.-Nr. 78270 bekommt man das digitale Modell ohne Sound für 419 € und unter der Art.-Nr. 78271 das Premiummodell mit Sound für 509 € (alle Preise UVP).

Das Roco-Modell der BR 95 ruht nicht nur in einem mit Schaumgummi ausgestatteten Karton, sondern auch noch festgeklemmt in einer sehr schönen Klarsichtbox, die man auch als Kleinvitrine nutzen kann. Das Herausnehmen aus der Box geht noch einfach von der Hand, aber das Lösen der Halteklammern ist schon etwas „tricky“, aber immer noch einfacher, als das Befestigen der Lok für einen späteren Transport.

Das Vorbild unserer BR 85 war immer im Schwarzwald im Einsatz und wurde erst 1966 in Konstanz und heute noch als letzte Lok ihrer Baureihe in Freiburg als Denkmal ausgestellt. Entsprechend ist die Lok auch in der Beschriftung der Epoche 3b angesiedelt. Das ganz feine Modell verfügt über unzählige Details und freilaufende Rohre. Die Kolbenschutzrohre können nachgerüstet werden und liegen der Verpackung bei.

Roco gibt an, dass man diese aber nur bei der Ausstellung in einer Vitrine anbringen soll. Ansonsten ist der E-Kuppler in der Lage, Radien ab R2 zu durchfahren. Zieht man die Kupplung ab, kann man die Pufferbohlen auch noch mit Bremsschläuche und Kupplungshaken-Nachbildungen ausstatten.

Unter dem Führerhaus befindet sich die PluX22-Schnittstelle, die aber nur in der DC-Grundversion mit einem Brückenstecker ausgestattet ist. Ansonsten ist bereits ab Werk ein Decoder eingebaut. Aber nicht nur zum Einsetzen eines Decoders, sondern auch für Wartungsarbeiten muss man das Gehäuse schon mal abnehmen. Damit von den vielen freistehenden Teilen keine abbrechen, sollte man nicht nur vorsichtig vorgehen, sondern auch einen genauen Blick in die sehr umfangreichen und gut beschriebene und mit zahlreichen Skizzen ausgestattete Bedienungsanleitung werfen.

In den Exklusivversionen besitzt das Modell aber nicht nur einen Sounddecoder, sondern auch einen Raucherzeuger. Der Einfüllstutzen ist dabei geschickt unter dem mittleren Domdeckel versteckt. Die Befüllung mit Seuthe Rauchdestillat sollte mittels einer kleinen Spritze vorgenommen werden.

Ab Werk ist das Modell vollständig und perfekt beschriftet. Dennoch hat Roco dem Modell Ätzschilder mit den Loknummern und dem DB-Logo beigefügt. Damit lässt sich die Optik des Modells nochmals verbessern.

Insgesamt 25 Funktionen lassen sich mit dem ZIMO-Decoder in der Exklusivvariante abrufen. Auch die Fahreistellungen sind am Decoder bereits perfekt an die Lok angepasst.

Das Modell ist in der Länge exakt maßstäblich konstruiert, das hohe Gewicht sorgt dafür, dass es keinerlei Probleme bei vorbildlichen Zuggarnituren gibt. Das gilt auch dann, wenn man die BR 85 von Roco die „Modell Höllentalbahn“ erklimmen lässt.

Das ist sogar etwas überraschend, denn der Motor mit Schwungscheibe treibt nur die Räder einer Achse direkt an. Über das Gestänge werden dann, wie beim Vorbild auch, die weiteren Antriebsräder mitgenommen. Der Motor läuft sehr leise und gleichmäßig. Dank der vielen Radsätze kennt die Lok keine Kontaktprobleme und so hat man auch bei Langsamfahrt stets eine gute Stromabnahme. 

Fazit: Der Preis von bis zu 509 € ist zwar nicht billig, doch dafür erhält der H0er eine perfekte Nachbildung der BR 85 mit guten Zug- und Fahreigenschaften. Nicht nur Freunde der Höllentalbahn und von Tenderloks werden an diesem feinen Modell ihre Freude haben.

(Text und Bilder: Dieter Holtbrügger)

 

 

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