Donnerstag 21. Januar 2016
Modelleisenbahn Holding GmbH: 2015 war "sehr herausfordernd"

In einer aktuellen Meldung vor der Spielwarenmesse 2016 hat die Modelleisenbahn Holding GmbH mit den Marken Fleischmann und Roco die Entwicklungen im Geschäftsjahr 2015 veröffentlicht.

Für die Fleischmann Spur N wurde der Modellbahnkoffer als kleine Kostbarkeit entwickelt.  v.l.n.r: COO Johann Stopfner, Eigentümer Roland Edenhofer und CFO Gerhard Joiser (Foto: Modelleisenbahn Holding

Für die Fleischmann Spur N wurde der Modellbahnkoffer als kleine Kostbarkeit entwickelt. v.l.n.r: COO Johann Stopfner, Eigentümer Roland Edenhofer und CFO Gerhard Joiser (Foto: Modelleisenbahn Holding)

Die Modelleisenbahn Gruppe mit den Marken Fleischmann und Roco hat im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatzrückgang auf 47,5 Millionen Euro hinnehmen müssen (Umsatz 2014: 50,5 Mio.).

Die schwierige Lage der gesamten Modelleisenbahnbranche zeigte sich vor allem in den Hauptmärkten Deutschland und Österreich, wo in den Sommermonaten das Geschäft stark rückläufig war.

Das Unternehmen hat auf diese Entwicklung reagiert und noch 2015  Veränderungen eingeleitet. Das gab der Finanzchef der Modelleisenbahn Gruppe, Gerhard Joiser, am Unternehmenssitz in Bergheim bei Salzburg (Österreich) bekannt. 2016 soll sich durch die eingeleiteten Maßnahmen der Umsatz wieder erholen.

2015 sei ein „sehr herausforderndes Jahr“ für die an sich krisenerprobte Branche gewesen, betonte Joiser: Zu den Ursachen für den Umsatzrückgang, der das Unternehmen in allen Hauptmärkten ziemlich gleich betroffen hat, sagte der Finanzchef, die Branche dürfte 2015 eine sensible Preisschranke durchbrochen haben. Deshalb habe die Nachfrage im August abrupt abgenommen.

Der Verkauf sei nach einer Preisreduktion im Herbst wieder angesprungen, den Rückstand habe die Modelleisenbahn Gruppe aber nicht mehr ganz aufholen können. Das Weihnachtsgeschäft habe hingegen die Erwartungen übertroffen. Insgesamt habe die Gruppe 2015 ein leicht positives Ergebnis erreicht, was auch auf Sonderfaktoren nach der Fleischmann-Insolvenz zurückzuführen ist.

Für 2016 rechnet Joiser mit einem Umsatzplus. Man gehe davon aus, dass auch kostenseitig eine Entspannung eintrete, zum Beispiel durch das Wegfallen der Betriebspensionen bei Fleischmann. „Wir müssen uns beim Umsatz und im Ergebnis verbessern. Das sollte uns in den nächsten Jahren nachhaltig gelingen“, kündigte Joiser an. Die Modelleisenbahn Gruppe müsse jedenfalls flexibel bleiben, um auf Marktentwicklungen wie im vergangen Jahr rasch reagieren zu können.

Fleischmann wieder in der Spur

Das Jahr 2015 war für die Modelleisenbahn Gruppe auch vom erfolgreich abgewickelten Insolvenzverfahren der deutschen Tochter Fleischmann in Heilsbronn gekennzeichnet. Nach der einstimmigen Annahme des Insolvenzplanes kurz vor Jahresende blicke das Unternehmen jetzt wieder in eine positive Zukunft, sagte Joiser. Die Gruppe werde Fleischmann nach Kräften unterstützen, um Impulse in der Spurweite H0 zu setzen. Fleischmann sei vom Umsatzrückgang nicht überdurchschnittlich betroffen gewesen. Das zeige, dass die Strahlkraft der Marke völlig intakt ist.

Fachhandel wieder im Mittelpunkt

Für das Geschäftsjahr 2016 hat die Modelleisenbahn Holding umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um Umsatz und Ertrag zu steigern. Mit 800 Produktneuheiten sei man führend in der Branche. Allerdings sei die Neuheiten-Palette um ein Viertel verringert worden, um die Kostenstruktur zu verbessern. „Wir haben zu viele Projekte bei den Neuheiten verfolgt. Die Stückkosten sind weiter gestiegen, weil sich aufgrund schrumpfender Märkte die absetzbaren Mengen je Modell reduziert hätten. Dieser Trend wird anhalten“, so Joiser.

Durch eine sorgfältige Planung des Produktprogrammes werde der Modelleisenbahner diese Reduktion aber nicht spüren. Auch die Preisreduktion aus dem Herbst 2015 bleibe aufrecht, um sich mit einem besonders attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis abzuheben. Und schließlich hat sich die Modelleisenbahn Gruppe wieder intensiver dem stationären Fachhandel zugewandt. „Die Partnerschaft mit dem Fachhandel hat Potenzial. Mit einem neuen Konditionensystem schaffen wir für kleine und mittlere Marktteilnehmer neue Anreize, stärker auf Produkte von Roco und Fleischmann zu setzen.“

Produktwelt 2016: Zwei Formenneuheiten für Fleischmann H0

Die Modelleisenbahngruppe geht mit einem Neuheitenprogramm von 800 Produkten in das neue Jahr, dessen Höhepunkt, die Internationale Spielwarenmesse, am kommenden Mittwoch, 27. Jänner, in Nürnberg beginnt.

Die Marke Roco, der größte europäische Anbieter im Segment Gleichstrom, zeigt sich dabei wieder international. Zu den attraktiven Neuheiten zählt der Güterwagen der Bauart T2000, die völlig neu konstruierte Dampflokomotive der Baureihe 85 und die Diesellokomotive Baureihe 210 der Deutschen Bundesbahn.

Mit zwei Neukonstruktionen wartet im Jahr 2016 das Fleischmann H0-Programm auf, darunter die E 69 05. Ebenfalls neu konstruiert wurde die Diesellokomotive der Baureihe 215 bzw. 225. In der Spur N, in der Fleischmann klarer Marktführer ist, hält mit der kompletten Neukonstruktion der Elektrolokomotive der Baureihe 185.2, ein Mitglied der TRAXX-Lokomotiv-Familie, jetzt auch die NEXT-18-Schnittstelle Einzug.

Auf der Nürnberger Messe wird als eine kleine Kostbarkeit im sprichwörtlichen Sinn der N-Modellbahnkoffer präsentiert, mit dem das Thema Platzbedarf elegant gelöst wird: Die Modellbahn samt Landschaft findet in einem Koffer Platz und ist jederzeit und überall einsatzbereit.

Von: Pressemeldung Modelleisenbahn Holding