Sonntag 18. Dezember 2016
Virtuelle Rückmelder

Virtuelle Rückmelder dienen bei der Modellbahn zum automatisierten Steuern des Fahrbetriebs

Damit eine Modellbahn-Steuerungssoftware oder eine Digitalzentrale „weiß“, an welcher Stelle sich ein Zug auf der Anlage befindet, werden Rückmelder (Rückmeldekontakte) eingesetzt. Rückmelder sind eine zentrale Komponente auf jeder Modellbahn-Anlage, die rechnergestützt gesteuert wird. Denn über die Rückmelder werden die Positionen der Züge auf der Modellbahn-Anlage an die Steuerungs-Software bzw. die Digitalzentrale gemeldet. Es gibt sehr unterschiedliche Rückmeldeverfahren: Rückmelder können als Momentkontakte (z. B. Schaltgleise, Reed-Kontakte) oder als Dauerkontakte (z. B. Kontaktgleise, sonstige Belegtmelder) realisiert sein.

Neben den echten „Hardware-Rückmeldern“ gibt es aber auch virtuelle Rückmelder (virtuelle Schalter, Software-Rückmelder, virtuelle Kontakte). Die Bedeutung von "virtuell" meint hier in etwa "von einem Computer simuliert".

Beispielsweise kann eine Software aus der Geschwindigkeit die Position eines Zuges oder einer Lok errechnen und dann an einer gewünschten Position einen solchen virtuellen Rückmeldekontakt auslösen. Dieser kann dann eine Aktion wie beispielsweise eine Signal- oder Weichenstellung auslösen oder den Zug direkt beeinflussen, sodass er z. B. an einem bestimmten Punkt der Anlage stehen bleibt.

Vorteile virtueller Rückmelder

Klarer Vorteil der virtuellen Rückmelder ist also, dass Sie teure Hardware-Belegtmelder zumindest unter bestimmten Betriebsbedingungen einsparen können. Damit entfällt nicht nur der Kauf und die Installation, sondern auch die Verdrahtung bzw. Einrichtung im Steuerungsprogramm bzw. der Digitalzentrale. Virtuelle Kontakte können beim Automatikbetrieb einer Modellbahn-Anlage also ganz oder teilweise als Ersatz für tatsächlich montierte Gleiskontakte eingesetzt werden.

Typische Anwendungen virtueller Rückmelder, die diese Vorteile ausnutzen, sind das Anhalten von Zügen oder die Auslösung von Operationen durch vorbeifahrende Züge in bestimmter Entfernung von einem vorhandenen Schienenkontakt. Eine weitere Anwendung virtueller Rückmelder ist das Anhalten von Zügen abhängig von der Länge der Garnitur, z.B. beim mittigen Anhalten in einem Bahnhof.

Nachteile virtueller Rückmelder

Andererseits ist die Betriebssicherheit mit virtuellen Rückmeldern niemals so hoch wie mit echten Rückmeldern. Ein weiterer Nachteil: Virtuelle Rückmelder funktionieren nur auf einer digitalisierten Anlage und mit eingemessenen Triebfahrzeugen, denn sonst „kennt“ die Software das spezifische Betriebsverhalten (Höchstgeschwindigkeit, Auslauf usw.) einer Lokomotive bzw. eines ganzen Zuges ja nicht.

Das Setzen von virtuellen Rückmeldern wird unter anderem von der Digitalzentrale Viessmann Commander unterstützt, da diese ein integriertes Gleisbildstellpult (GBS) mitbringt. Trotzdem ist der Einsatz von virtuellen Rückmeldern problematisch, da deren aktueller Status im Gegensatz zu echten Magnetartikeln (Signalen, Weichen) in der Anzeige nicht sichtbar ist. Weiterhin unterstützen bzw. nutzen mehrere Modellbahn-Steuerungsprogramme das Konzept der virtuelle Rückmelder, unter anderem: 

  • Freiwald Train Controller
  • RailWare
  • RocRail
  • WinDigiPet
Von: Rudolf Ring