Donnerstag 05. Januar 2017
KLVM (Kleine Lok von Märklin)

Modellbahn-Lexikon: Die Tenderlok KLVM wird im Jargon als "Kleine Lok von Märklin" bezeichnet

Eine der ersten und häufigsten Varianten der Märklin KLVM-Tenderlok ist die Art.-Nr. 3090, an der deutlich als fiktive "Bahngesellschaft" das KLVM-Schild zu sehen ist.

Eine der ersten und häufigsten Varianten der Märklin KLVM-Tenderlok ist die Art.-Nr. 3090, an der deutlich als fiktive "Bahngesellschaft" das KLVM-Schild zu sehen ist.

Für alle Modelleisenbahn-Hersteller spielen die „kleinen Loks“ eine wichtige Rolle. Denn diese Fahrzeuge werden für die Anfangs- bzw. Startpackungen benötigt und müssen preiswert einen ersten Kontakt mit den Produkten des Anbieters herstellen. Dabei waren es speziell in der Frühzeit der Modellbahn-Entwicklung kleine Tender-Dampfloks, die als Einstiegs-Modelle eingesetzt wurden. Der Hersteller sparte dabei einen Schlepptender, die Darstellung auf einer kleinen Anlage ist insgesamt stimmig, und die Lok kann vorwärts wie rückwärts gleichschnell und gleichermaßen zuverlässig fahren.

Allerdings waren und sind diese Dampf- und heute zunehmend Dieselloks meist nicht einem realen Vorbild entsprechend, sondern eher eine Komposition aus zentralen Merkmalen von Vorbildmaschinen und modellhaften Notwendigkeiten, insbesondere kann auch ein "modellhaftes Umspuren" von Schmalspur-Vorbildmaschinen auf Regelspur-Modell stattfinden. 

Das Vorbild der Tenderlok KLVM: Fantasielok und Vorbild

Die Märklin-KLVM-Lok wird allgemein als Fantasielok bezeichnet, hat demnach also keine Maschine der Echtbahn als konkretes Vorbild. Das ist auch insofern richtig, alsdass speziell die Werbevarianten und Varianten wie die KLVM „Safarilok“ oder KLVM „Westernlok“ in Anfangs- bzw. Startpackungen keine Entsprechungen im Original haben.

Trotzdem ist die kleine C-Kupper-Dampflok nicht einfach "aus der Luft gegriffen", sondern es gibt bzw. gab im Echtbetrieb durchaus Maschinen, mit denen auffällig große Gemeinsamkeiten an Merkmalen bestehen und von denen sich die Entwickler offenbar haben „inspirieren“ lassen. Das trifft insbesondere auf Vorbildmaschinen von Länderbahnen, kleine private Bahngesellschaften und auf Schmalspur-Maschinen zu. Als bestes Beispiel ist hier ein Schmalspur-C-Kuppler der Steiermärkischen Landesbahn aus Österreich zu nennen.

Eine Vielzahl der KLVM-Modelle sind allerdings mit Werbeaufdrucken wie „Feldschlösschen“ oder als Länderbahnmodelle deklariert, die es im Vorbildbetrieb niemals gegeben hat, also somit zumindest was die optische Ausgestaltung des Gehäuses angeht, in jedem Fall Fantasieloks. Es hat im Laufe der vielen Jahre eine große Anzahl von Varianten der Märklin KLVM als Werbelok gegeben. Einer der originellsten war sicher unter der Handelsmarke Primex die Art.-Nr. 3197 „Dr. Martin Zahnputzzug“. 

 

Für Ihren vorbildnahen Einsatz eines KLVM-Modells empfiehlt es sich, dass Sie am besten eine Garnitur zweiachsiger Personenwagen an den Haken der KLVM-Lok hängen. Damit haben Sie in jedem Fall auf der Anlage eine stimmige Darstellung eines Nebenbahn-, Tourismus- oder Museums-Zugs. Die Zugkraft der KLVM-Lok reicht problemlos für eine vorbildnahe Zuglänge von bis zu 5 oder 6 Waggons.

Die Herkunft des Namens KLVM

Im Modellbahn-Szene-Jargon ist diese kleine C-Kuppler Dampflok insbesondere allen Märklin-H0-Modellbahnern als "KLVM-Lok" bekannt. Dieses Akronym ist wie der Name einer Bahngesellschaft in den allermeisten Varianten des Modells seitlich am Führerstand angebracht.

Doch was bedeutet das Akronym KLVM eigentlich? Wer sich auf die Suche nach einer entsprechenden historischen oder aktuellen Bahngesellschaft macht, wird nicht fündig. Allerdings übersetzen "Märklinisten" KLVM mit einem Lächeln auf den Lippen mit "Kleine Lok Von Märklin". Handelt es sich dabei um eine szenetypische Verballhornung, die garkeinen Ursprung bei Märklin hat? Wir haben Roland Gaugele gefragt, der das personifizierte Wissen zu Märklin verkörpert und uns dankenswerterweise den richtigen Hinweis gab:

Tatsächlich entstammt das Kürzel KLVM direkt der Märklin-Entwicklungsabteilung und wurde schon bei der Entwicklung der kleinen Dampflok kreiert. Das war Anfang der 70er Jahre, denn die erste Variante der KLVM mit der Art.-Nr. 3087 erschient immerhin schon im Jahr 1972. Die Anfangsbuchstaben KLVM mit der Bedeutung "Kleine Lok von Märklin" wurden daher im Stil einer fiktiven "Bahngesellschaft" auf der Dampflok angebracht. 

Das Modell der Tenderlok Märklin KLVM

Das Modell der KLVM-Lok ist in der führenden Nenngröße H0 (Maßstab 1:87) ausgeführt. Es ist als Modell einer Regelspur-Lok ausgeführt, damit es auf den Standard-H0-Gleisen mit der Spurweite von 16,5-mm eingesetzt werden kann, also nicht als Schmalspur-Modell H0m oder H0e, wie es z.B. der Murtalbahn entspräche. Trotz der vielen Modellvarianten der KLVM-Lok ist die folgende technische Ausstattung typisch für das Modell:

 

  • Rotes Gussfahrgestell mit drei Achsen (Achsfolge C)
  • Die hintere Achse ist angetrieben und beide Räder dieser Achse sind zur Verbesserung der Zugkraft mit Haftreifen ausgestattet.
  • Das Kunststoffgehäuse hat einen auffälligen Schornstein mit Funkenfänger und 3 Domen. Das beidseitige Dreilichtsignal ist nur modellhaft ausgeführt, aber funktionslos.
  • Die Puffer sind aus Kunststoff und am Gehäuse angespritzt, die einfachen Hakenkupplungen sind an beiden Seiten starr mit dem Fahrgestell verbunden.

 

Tuning der Märklin H0-Tenderlok KLVM

Derart einfache Modelle wie die KLVM wecken bei vielen fortgeschrittenen Modelleisenbahner einen erheblichen Anreiz, modellhafte Verbesserungen zu realisieren. Deshalb gibt es eine Vielzahl von Tuning- und Umbau-Anleitungen zu den KLVM-Modellen. Im Wesentlichen sind es die folgenden 3 Umbauten, mit denen das Modell verbessert wird:

 

  1. Das häufigste aktuelle Tuning der KLVM ist sicher die Nachrüstung eines Digitaldecoders. Damit wird der alte, elektro-mechanische Fahrtrichtungsumschalter ersetzt. Das bringt drei Vorteile: Keinen „Bocksprung“ mehr bei der Richtungsumschaltung, bessere Fahr- und Regeleigenschaften und schaltbare Ausgänge, z.B. für eine Spitzen- oder Führerstandsbeleuchtung. Beachten Sie dabei, dass der Digitaldecoder den alten SFCM-Motor (Small Flat Collector Motor) unterstützen muss, wenn Sie keine Änderungen am Motor (Umrüstung zum Gleichstrom-Motor) vornehmen möchten.
  2. Wenn die Lok mit einem Digitaldecoder ausgerüstet wird, steht auch ein Ausgang für eine schaltbare Spitzenbeleuchtung bereit. Wie es bei einfachen Lok-Modellen vieler Hersteller üblich ist, hat auch die KLVM keine Beleuchtung. Seit die Beleuchtung mit LEDs und SMD-LEDs in die Fahrzeug-Modelle Einzug genommen hat, ist dieses Tuning vergleichsweise einfach möglich. Zumindest die beiden unteren Lampen-Imitate können unkompliziert durch gelbe 3-mm-LEDs ersetzt werden. Schalten Sie die LEDs in der richtigen Polarität hintereinander (in Serie) und einen 820-Ohm-Widerstand zur Spannungsquelle dazwischen.
  3. Ab Werk hat das Lokgehäuse der KLVM keine Scheiben. Es wertet das Modell durchaus auf, wenn Sie von innen Scheiben in die Front und vorderen Seitenfenster einkleben. Passende transparente Kunststofffolien finden Sie oft in Verkaufsverpackungen. Erfahrungsgemäß werten auch geätzte Anbauteile ein Lokmodell erheblich auf, viele Anregungen hierzu finden Sie bei Beckert-Modellbau.

Ergänzende Produkte zur Märklin KLVM-Lok und Anfangs- bzw. Startpackungen

 

Märklin 29752 - Startpackung Feuerwehr

Märklin 29300 - Startpackung Ice, Batterie

Märklin 29100 - Startpackung Nahverkehrszug Lint Akku, Fahrzeuge

Märklin 29060 - Digital Startpackung mit BR 216

Märklin 29173 - Startpackung, Mein Start mit Märklin

Von: Rudolf Ring